Letztes Update:
20200608123633

09:52
28.03.2020
Der Chefredakteur des renommierten britischen Wissenschaftsmagazins "The Lancet", Richard Horton, übt heftige Kritik an der Reaktion der Regierung in London und des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS zur Pandemie. Der Mangel an Vorbereitung und das verspätete Ergreifen von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus sei ein "nationaler Skandal", schreibt der Wissenschaftsjournalist in einem Kommentar in der jüngsten "Lancet"-Ausgabe.
Die zuerst verfolgte Strategie der Regierung, den Ausbruch zu begrenzen, sei gescheitert, weil sie sich nicht an die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation gehalten habe, jeden Verdachtsfall auf eine Infektion zu überprüfen. "Sie haben nicht isoliert und keine Quarantänen verhängt, sie haben keine Kontakte nachverfolgt", schreibt er. Grundlegende Prinzipien der öffentlichen Gesundheit und der Kontrolle von Infektionskrankheiten seien missachtet worden. "Patienten werden unnötig sterben. NHS-Mitarbeiter werden unnötig sterben", so der "Lancet"-Chefredakteur.

Wehende EUI-Flaggen vor dem Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

18:42
28.03.2020
In der Corona-Krise plant die Europäische Kommission keine eigenen Anleihen zur milliardenschweren Schuldenaufnahme. "Da gibt es ganz klare rechtliche Grenzen, das ist nicht der Plan. Daran arbeiten wir nicht", stellte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in einem dpa-Interview klar. Der "Spiegel" hatte berichtet, die EU-Kommission wolle Arbeitslosenversicherungen der Mitgliedstaaten in der Krise mit Zuschüssen in Milliardenhöhe unterstützen und dazu eigene Anleihen an den Finanzmärkten platzieren.