Letztes Update:
20220326020026

09:59
25.03.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht Deutschland wieder in einer schweren Corona-Welle und hat die Länder dringend zum Gegensteuern aufgefordert. "Von einem 'Freedom Day' kann keine Rede sein - ganz im Gegenteil", sagt der SPD-Politiker. Angesichts sehr hoher Infektionszahlen sei eine Situation entstanden, in der man nicht einfach abwarten könne, bis besseres Wetter die Lage entspanne. "Wir können es nicht lassen, wie es derzeit ist", mahnt Lauterbach.
Der Minister appelliert an die Länder, jetzt Regelungen nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz umzusetzen, die für sogenannte Hotspots in kritischer Lage regional möglich sind. Eine dafür festzustellende Überlastung des Gesundheitswesens könne an konkreten Kriterien bemessen werden - etwa wenn planbare Operationen verschoben oder Patienten verlegt werden müssten. Lauterbach bekräftigt erneut, dass Hotspots auf diese Weise auch ein ganzes Bundesland umfassen können. Bei einer Gesundheitsministerkonferenz am kommenden Montag solle mit den Ländern gesprochen werden, um diese Regelung gangbar zu machen.

Einer Allensbach-Umfrage zufolge - im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung - sind 46 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden. Im Januar waren es noch 62 Prozent: Karl Lauterbach. Foto: Kay Nietfeld/dpa

09:44
25.03.2022
Die Virologin Ulrike Protzer hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen auch angesichts steigender Infektionszahlen für richtig. "Ich glaube, dass man Lockerungen nun durchaus in Erwägung ziehen muss. Denn wir haben mittlerweile eine sehr gute Immunitätslage in der Bevölkerung, die uns erlaubt, mit der Omikron-Variante, die nicht so starke Erkrankungen mit sich bringt, umzugehen", sagt sie der Augsburger Allgemeinen. "Daher finde ich, dass wir jetzt anfangen müssen, in die Normalität zurückzufinden."
Ihrer Ansicht nach wird der derzeitige Anstieg der Zahlen noch weitergehen. "Wie lange die Zahlen steigen und wann der Peak der Welle erreicht sein wird, kann man im Moment auch nicht sagen." Das sei allerdings auch gar nicht so entscheidend. Denn: "Man weiß, dass sich das Infektionsgeschehen irgendwann von selbst limitieren wird. Und wichtiger als die reinen Infektionszahlen ist doch die Krankheitslast. Und die ist ja zum Glück nicht mehr so hoch."