Nach monatelangem Ringen zeichnet sich in der Welthandelsorganisation (WTO) ein Kompromiss über die begrenzte Freigabe von Patenten für Corona-Impfstoffe ab. Die Europäische Union, Indien, Südafrika und die USA haben nach Aussage von WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala eine prinzipielle Einigung erzielt. Dem Vernehmen nach soll die Freigabe der Patente zeitlich und auf Länder beschränkt bleiben, die bestimmte Kriterien erfüllen.
Wie aus dem Textentwurf hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll die Freigabe nur für Entwicklungsländer gelten, die 2021 nicht mehr als zehn Prozent ihrer Impfdosen exportiert haben. Das könnte auf Indien und China zielen, die beide als Entwicklungsländer in der WTO sind. Die 164 WTO-Mitglieder müssen dem Kompromiss noch zustimmen - in der WTO wird im Konsens entschieden.