Trotz der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen auch bei Kindern und Jugendlichen warnt der Kindermedizin-Professor Tobias Tenenbaum vor flächendeckenden Schließungen von Schulen und Kindergärten. Die Belastung für Kinder wäre im Verhältnis zu einer Covid-19-Erkrankung viel höher, sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. Schon die vergangenen Lockdowns hätten zu einer signifikanten Zunahme von Fettleibigkeit, Spielsucht und psychischen Problemen bei Kindern geführt.
Der Nachweis einer Corona-Infektion bedeute nicht gleich eine Erkrankung, sagt der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Sana Klinikum Lichtenberg in einer Online-Pressekonferenz mit dem nordrhein-westfälischen Vize-Ministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP). Auch die Schwere der Erkrankung sei im Kindes- und Jugendalter "relativ überschaubar" und stehe im Gegensatz zu den hohen Infektionszahlen. "Das heißt: Die Kinder bleiben sehr kurz im Krankenhaus, teilweise nur eine Nacht, und gehen dann wieder nach Hause", so Tenenbaum.