Letztes Update:
20220129020018

15:30
28.01.2022
Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die Verkürzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate kritisch. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik plädiert dafür, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung "individual-medizinisch" zu entscheiden. "So richtig glücklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen", sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt für alle zu definieren, sei "sehr schwierig". Es müsse berücksichtigt werden, mit welcher Virus-Variante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zurückliegen.
"Die Regelung mit den drei Monaten ist für einige Patienten sehr ungünstig", sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt "in einem echten Dilemma". Sie müssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, "haben aber zum Teil Antikörper, die unser Messfenster sprengen". Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-Jährigen sei das ganz anders.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

14:31
28.01.2022
Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Corona-Welle von Mitte März auf Mitte Mai. Die aktuell hohe Zahl von Corona-Infektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung. Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.
Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen lag in Frankreich am Donnerstag bei 392.168, die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 3800. Die Omikron-Variante ist für gut 95 Prozent der Fälle verantwortlich. Inzwischen sinkt die Zahl der Infektionen allerdings in den Regionen, die als erstes von der Omikron-Welle betroffen waren, so auch im Großraum Paris. Trotz weiter steigender Klinikeinweisungen sinkt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen.