Letztes Update:
20200608123633

09:52
28.03.2020
Der Chefredakteur des renommierten britischen Wissenschaftsmagazins "The Lancet", Richard Horton, übt  heftige Kritik an der Reaktion der Regierung in London und des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS zur Pandemie. Der Mangel an Vorbereitung und das verspätete Ergreifen von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus sei ein "nationaler Skandal", schreibt der Wissenschaftsjournalist in einem Kommentar in der jüngsten "Lancet"-Ausgabe.
Die zuerst verfolgte Strategie der Regierung, den Ausbruch zu begrenzen, sei gescheitert, weil sie sich nicht an die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation gehalten habe, jeden Verdachtsfall auf eine Infektion zu überprüfen. "Sie haben nicht isoliert und keine Quarantänen verhängt, sie haben keine Kontakte nachverfolgt", schreibt er. Grundlegende Prinzipien der öffentlichen Gesundheit und der Kontrolle von Infektionskrankheiten seien missachtet worden. "Patienten werden unnötig sterben. NHS-Mitarbeiter werden unnötig sterben", so der "Lancet"-Chefredakteur.

13:23
27.03.2020
In der serbischen Stadt Dimitrovgrad ist ein Mann wegen des Verstoßes gegen seine Quarantäneauflagen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, wie das staatliche Fernsehen RTS unter Berufung auf das Justizministerium berichtet. Es ist das erste Urteil dieser Art, seitdem Serbien am 16. März den Ausnahmezustand verhängt und das Strafrecht verschärft hat. In Serbien sind derzeit 458 Menschen nachweislich infiziert. Bislang wurden acht Tote gemeldet.

09:53
28.03.2020
Die Kurve der Neuinfektionen scheint sich in Italien nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts abzuflachen - hat allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. "Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt (...). Aber es gibt positive Anzeichen", sagt der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, in Rom. Seit dem 19./20. März gebe es eine leichte Abflachung der Kurve der neuen Ansteckungen - die Kurve falle aber noch nicht ab, "wir sind in einer Verlangsamung der Steigung". Er warnt eindringlich davor, dass man nun über eine Lockerung der Ausgangssperren nachdenke. Diese müssten strikt eingehalten werden. 
Italien hat bisher mehr als 80.000 Infizierte mit einer hohen Dunkelziffer, mehr als 8100 infizierte Menschen sind bisher gestorben.

13:52
27.03.2020
UPDATE | In Spanien gibt es erstmals konkrete Hoffnung angesichts der Zahl der neuen Infektionen. Die ist innerhalb eines Tages zwar erneut kräftig um knapp 8000 auf gut 64.000 gestiegen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Mit 14 Prozent sei der Anstieg aber der niedrigste der vergangenen Tage, betont der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón. Man nähere sich dem Höhepunkt der Pandemie, nach dem eine Verbesserung der Lage eintreten werde. Simón sprach von "vielversprechenden Daten, die uns etwas Hoffnung machen". Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf knapp 4900, nach rund 4300 am Donnerstag.