Letztes Update:
20200608123633

15:54
28.04.2020
Mit einem offenen Brief haben sich Journalisten in Russland gegen Druck und Zensur gewehrt. "Die Funktion der Presse ist zu erzählen, was wirklich passiert", heißt es in einem Schreiben der Journalistenvereinigung Syndikat-100. Durch ein Gesetz gegen die Verbreitung von sogenannten Fake News werde die Arbeit jedoch erheblich erschwert. Die Regelung werde als Druckmittel genutzt, um kritische Veröffentlichungen zu verhindern. Das Gesetz, das härtere Strafen für die Verbreitung von angeblichen Falschnachrichten vorsieht, gilt seit vergangenem Jahr. Während der Pandemie wurde es noch einmal verschärft. Dies führe dazu, dass Probleme in den Kliniken nicht bekanntwerden und Ärzte nicht offen über ihre Erfahrungen im Kampf gegen die Epidemie sprechen, heißt es in dem Brief weiter. "Das Verschweigen von Problemen ist ein Weg, um sie zu verschärfen." In einer weltweiten Rangliste der Pressefreiheit, die von der Organisation Reporter ohne Grenzen erstellt wird, liegt Russland auf Platz 149 von 180.

Putin (r) bei der Videokonferenz mit Regierungsvertretern. Foto: Kremlin/dpa

15:42
28.04.2020
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die arbeitsfreie Zeit um gut zwei Wochen verlängert. Diese Regelung gelte nun bis einschließlich 11. Mai, sagt der Kremlchef bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. Damit wären viele Russen dann insgesamt sechs Wochen bei vollem Lohnausgleich zu Hause. Erst nach dieser Zeit werde es schrittweise Lockerungen geben, so Putin. "Natürlich wünschte man sich, dass die erzwungenen Unannehmlichkeiten bald ein Ende haben", sagt er. Aber es wäre nachlässig und gefährlich zu glauben, dass die Bedrohung weniger geworden sei. Viele Russen sind bereits seit Ende März im Zwangsurlaub. Nicht wenige befürchten, dass sie nach Lockerung der Maßnahmen in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Prognosen zufolge könnten künftig bis zu neun Millionen Menschen ohne Arbeit sein. In vielen Regionen des Landes gelten Ausgangsbeschränkungen. Auch diese sollen um zwei weitere Wochen verlängert werden.