"Bella Ciao"-Gesänge, grün-weiß-rote Fahnen und ein einsamer Staatspräsident in Rom: Italien hat den Tag der Befreiung zum Ende des Zweiten Weltkriegs wegen der Corona-Pandemie komplett anders als sonst begangen. Weil größere Zeremonien wegen der Ansteckungsgefahr verboten sind, sangen vielerorts Menschen das Lied "Bella Ciao". Etwa an Fenstern, die mit italienischen Fahnen geschmückt waren. Im Netz kursierten Song-Versionen. Der Jazztrompeter Paolo Fresu spielte es auf einer leeren Piazza in Bologna und stellte das Video online. Das Partisanenstück geht auf ein älteres Volkslied zurück.
Staatschef Sergio Mattarella ging fast alleine zum riesigen "Altare della Patria", dem Altar des Vaterlands genannten Einheitsdenkmal an der Piazza Venezia in Rom, und ließ einen Kranz niederlegen. In einem Appell an die Bürger schrieb er, dass Italien aus der Geschichte Kraft schöpfen könne für die Viruskrise: "Unsere Besonderheit, dass wir wissen, wie man Widrigkeiten überwindet, kann uns auch heute begleiten, in der harten Prüfung durch eine Krankheit, die so viele Leben zerstört hat."