Letztes Update:
20211216170147

Wieler: Weihnachten nicht zum „Kickstart“ für Omikron machen

14:44
16.12.2021
Der Präsident des Robert Koch-Insituts, Lothar Wieler, hat angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus dazu aufgerufen, Weihnachten nur im kleinsten Kreis zu feiern. „Wir alle möchten ja die Feiertage mit Familie und Freunden verbringen, aber wir alle müssen auch gemeinsam dafür sorgen, dass Weihnachten nicht zu einem Kickstart für Omikron wird“, sagte Wieler am Donnerstag in Berlin.

Er bat die Bürger „eindringlich“, die Feiertage so zu verbringen, dass sie „nicht für das Virus ein Fest“ würden. „Verbringen Sie diese Zeit wirklich nur im kleinsten, engsten Freundes- und Familienkreis.“ Bei Treffen mit Personen aus Risikogruppen empfahl er auch bei vollständiger Impfung Tests.

Es gehe jetzt darum, generell Infektionen so gut es geht zu verhindern, damit sich Omikron nicht so schnell ausbreiten könne und die Klinken entlastet würden, bevor die Fallzahlen dann wahrscheinlich wieder anstiegen. In Deutschland seien bisher einige Hundert Fälle mit der Variante im Meldesystem übermittelt worden, sagte Wieler.

Momentan lässt sich seinen Angaben zufolge noch nicht einschätzen, wie gut die Impfung vor schweren Verläufen schütze und ob Omikron weniger oder mehr krank mache. Dadurch, dass es so extrem ansteckend sei, müsse man aber „allein aus mathematischen Gründen“ mit einer hohen Zahl an schweren Verläufen rechnen. Zur Impfwirkung sagte Wieler: „Geimpft sein ist immer besser als nicht geimpft sein, das ist völlig klar“. Erste Studien wiesen aber darauf hin, dass zwei Impfungen nicht so gut vor Omikron schützten. Mit einer Auffrischungsimpfung könne der Schutz aber wahrscheinlich wieder deutlich erhöht werden.

Denise Frommeyer

Landesamt: Omikron-Ausbreitung in Niedersachsen beginnt

14:28
16.12.2021
Die Omikron-Variante des Coronavirus hat nach Einschätzung des Landesgesundheitsamts (NLGA) Niedersachsen erreicht. „Bereits bei der Alpha- und Delta-Variante wurde deutlich, dass sich ansteckendere Varianten des Virus durchsetzen. Auch bei der Omikron-Variante sehen wir jetzt erste Anzeichen einer beginnenden Ausbreitung“, sagte NLGA-Präsident Fabian Feil am Donnerstag.

Die weitere Ausbreitung einer ansteckenderen Virusvariante zu verhindern sei praktisch unmöglich. Es müsse daher jetzt darum gehen, die Dynamik zu bremsen. „Es kommt auf jede und jeden an, sich impfen zu lassen, die AHA+L-Regeln zu beachten und die Kontakte zu reduzieren, um die Pandemie zu bewältigen“, erklärte Feil.

Bisher sind dem Landesamt 25 Omikron-Fälle aus verschiedenen Regionen des Landes bekannt, die mittels Target-PCR oder Sequenzierung nachgewiesen wurden. Rückschlüsse auf den Infektionsweg, etwa wegen Reisen in ein Virusvariantengebiet, seien nicht in allen dieser Fälle möglich. Das deute auf eine beginnende Ausbreitung der Variante hin. Beim Target-PCR-Verfahren wird gezielt nach einer bestimmten Virusvariante gesucht, bei der Sequenzierung lassen sich darüber hinaus auch neue Virusvarianten erkennen.

Das NLGA untersucht nach eigenen Angaben derzeit am Tag rund 100 bis 150 Corona-Proben, von denen etwa zehn Prozent positiv sind. Alle positiven Proben im NLGA werden darüber hinaus auch auf Omikron hin untersucht. Darüber hinaus werten auch Privatlabore Corona-Proben aus, in deutlich höherer Zahl als im Landesgesundheitsamt selbst.

Denise Frommeyer