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20211216150133

Labortests: Moderna erzeugt schwächere Immunantwort gegen Omikron

13:35
16.12.2021
Eine zweifache Corona-Impfung mit dem Vakzin des US-Herstellers Moderna sorgt Labordaten zufolge für eine schwächere Abwehrreaktion des Körpers gegen die neue Omikron-Variante. „Das könnte zu einem erhöhten Risiko einer Covid-Erkrankung führen“, schreiben US-Forscher - darunter Mitarbeiter der Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) und von Moderna - in einer Studie, die als Preprint veröffentlicht wurde, also nicht in einer von Experten begutachteten Fachzeitschrift.

Demnach hatten Geimpfte vier Wochen nach der zweiten Dosis wesentlich weniger Antikörper gegen die Omikron-Variante als gegen bestimmte frühere Varianten im Blut. Um die Wirkung eines Impfstoffs gegen eine bestimmte Variante von Sars-CoV-2 zu untersuchen, machen Forscher in der Regel sogenannte Neutralisationstests. Es wird geschaut, wie viele Antikörper ein Geimpfter im Blut hat, die an die Virusvariante binnen können und sie damit ausschalten. Der tatsächliche Schutz von Geimpften kann damit aber nicht bestimmt werden, dafür braucht es klinische Studien mit Tausenden Probanden oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens.

Die Anzahl der gegen Omikron gerichteten Antikörper stieg etwa zwei Wochen nach einer Booster-Impfung mit Moderna deutlich an. Eine Auffrischdosis könne das Erkrankungsrisiko deutlich senken, heißt es in der Studie. Das Team schränkt jedoch ein, es handele sich nur um Laborversuche. Zudem fehlten Daten dazu, wie lange die Reaktion der neutralisierenden Antikörper nach der Boosterimpfung andauere.

Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer hatten bereits vorige Woche mitgeteilt, für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante seien drei Dosen ihres Produktes nötig. Ersten Labordaten zufolge schützten zwei Dosen demnach nicht ausreichend vor einer Infektion mit dieser kürzlich entdeckten Variante. Die Unternehmen gingen allerdings davon aus, dass der Schutz vor einer schweren Erkrankung weiterhin gegeben ist.

Denise Frommeyer

Bundestag verlängert Corona-Hilfsfonds um ein halbes Jahr

13:17
16.12.2021
Der Bundestag hat einer Verlängerung des milliardenschweren Corona-Hilfsfonds für größere Unternehmen zugestimmt. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) war bisher bis Ende 2021 befristet und läuft nun bis zum 30. Juni 2022. Dafür stimmten am Donnerstag die Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP sowie die Union. AfD und Linke enthielten sich. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Der kurz nach Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 eingerichtete Fonds soll Unternehmen stabilisieren, die in Liquiditätsengpässe geraten und deren Bestandsgefährdung „erhebliche Auswirkungen“ auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt hätte. So bekam die Lufthansa Hilfen in Milliardenhöhe. Neben dem WSF gibt es weitere Hilfen, um der Wirtschaft in der Pandemie zu helfen. So sind auch Regelungen zur Überbrückungshilfe und zur Kurzarbeit verlängert worden.

Der FDP-Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben sagte, die Wirtschaft habe sich noch nicht wieder vollständig stabilisiert, deswegen werde der Fonds noch gebraucht. Er werde nun mit Augenmaß verlängert.

Konkret wird das Volumen möglicher Hilfen gekürzt. So haben Rekapitalisierungsmaßnahmen, die bis zum direkten Einstieg des Staates bei einer Firma gehen können und für die der WSF Kredite aufnehmen darf, bisher eine Obergrenze von insgesamt 100 Milliarden Euro. Diese Summe sinkt auf 50 Milliarden Euro. Bisher wurden zur Rekapitalisierung nach Angaben des Bundes Mittel in Höhe von rund 8,8 Milliarden Euro ausgegeben. Houben sagte zugleich, der befristete Zeitraum der Verlängerung mache klar, dass Hilfen nicht bis zum „Sankt Nimmerleinstag“ liefen.

Die Linke-Abgeordnete Gesine Lötzsch sagte, beim WSF fehlten klare soziale Regelungen. Die Lufthansa sei mit Steuergeldern gerettet worden, das Management habe dann aber tausende Beschäftigte entlassen: „Es ist Zeit für mehr Solidarität.“ Der CSU-Abgeordnete Sebastian Brehm kritisierte, dass Anträge nur bis zum 30. April gestellt werden könnten. Das sei ein handwerklicher Fehler der Ampel.

Saskia Hassink