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Lauterbach: Weniger Biontech lieferbar als Ärzte abrufen

21:00
15.12.2021
Bei der Impfkampagne gegen das Coronavirus ist nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) der Biontech-Impfstoff bereits derzeit knapp bemessen. „Wir können in der nächsten Woche 1,2 Millionen Dosen Biontech für ganz Deutschland ausliefern, in der Woche darauf 800 000 Dosen und dann noch einmal 1,2 Millionen Dosen“, sagte Lauterbach am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz - Das Jahr 2021“. „Das ist aber viel weniger als das, was die Ärztinnen und Ärzte jede Woche abrufen.“

Lauterbach erläuterte: „Das sind schon Reserven. Wir schütten hier alles aus. Denn die Kampagne muss ja laufen so gut, wie sie kann.“ Am Dienstagabend hatte Lauterbach in der ARD bereits von einem „Impfstoffmangel“ fürs erste Quartal 2022 gesprochen. Als Reaktion will die neue Bundesregierung nun mehr als 90 Millionen Biontech-Impfstoff nachkaufen. Aus der CDU kam der Vorwurf, Lauterbach rufe „Feuer“, um dann Feuerwehr zu spielen.

Nun erläuterte der SPD-Politiker zu den rund drei Millionen Biontech-Dosen in den kommenden drei Wochen, er habe die verfügbare Menge gestückelt. Der Gedanke dabei sei, dass in der kommenden Woche viel, in der Weihnachtswoche etwas weniger und dann wieder mehr geimpft werde. „Mehr ist schlicht nicht da“, sagte Lauterbach. „Die Ärzte, die jetzt mehr bestellen, die können wir nicht bedienen.“

Der Gesundheitsminister sagte weiter: „Ich versuche jetzt, notfallmäßig Impfstoff aus osteuropäischen Ländern zurückzukaufen.“ Das dorthin gelieferte Serum könne zum Teil nicht verimpft werden. Beim Impfstoff von Moderna seien derzeit noch ausreichende Mengen vorhanden. Hier sei das Problem, dass die Mengen ab Januar sehr stark absänken. „Was wir jetzt noch gesichert haben, das sind 1,5 Millionen Dosen pro Woche. Und somit muss ich etwas tun.“

Denise Frommeyer

KVN: Knapp 500.000 Impfungen innerhalb einer Woche in Arztpraxen

20:42
15.12.2021
Das Tempo bei den Corona-Schutzimpfungen in den niedersächsischen Arztpraxen zieht an. In der vergangenen Woche vom 5. bis 12. Dezember wurden dort knapp 500.000 Impfungen verabreicht - davon waren fast 443.000 Auffrischungsimpfungen, wie die Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Mittwoch mitteilte.

Den Angaben zufolge wurde damit ein Rekordwert erreicht. In der ersten Dezember-Woche hatte die KVN noch 393.000 Impfungen registriert. Inzwischen beteiligen sich laut dem Verband mehr als 4700 Praxen in Niedersachsen an der Impfkampagne. Neben Arztpraxen impfen etwa auch mobile Teams an vielen Orten.

Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch sagte laut einer Mitteilung, die Zahlen belegten eindrucksvoll, dass die niedergelassenen Ärzte die „tragende Säule“ der Impfkampagne seien. Mit Sorge sehen sie allerdings den von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erkannten Impfstoffmangel.

„Der prognostizierte Impfstoffmangel wird das Impfengagement in den Praxen bremsen. Wir brauchen Transparenz in den Lieferketten und vor allem genügend Impfstoffe“, betonte der stellvertretende KVN-Vorsitzende, Jörg Berling, laut einer Mitteilung. Die Auslieferungen der Impfstoffe müsse konstant und in vorbestellter Menge in den Praxen ankommen.

Denise Frommeyer