Letztes Update:
20211210150725

Forscher: Coronavirus befällt das menschliche Stresssystem

14:28
10.12.2021
Das Coronavirus greift einer Studie zufolge die Nebennieren und damit das Stresssystem des menschlichen Körpers an. Die Nebennieren produzieren die Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Für das Überleben von stressvollen Situationen, wie sie jetzt in der Pandemie mit der Corona-Erkrankung aufträten, seien sie unentbehrlich, teilte das Universitätsklinikum Dresden am Freitag mit. Dresdner Forscher hatten das gemeinsam mit Forschern aus London, Regensburg und Zürich herausgefunden.

„Die Ergebnisse unserer neuesten Arbeit zeigen nun erstmals, dass das Virus direkt und in relevantem Umfang das menschliche Stresssystem befällt“, erklärte Stefan Bornstein. Er ist Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III und des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum in Dresden. Ob diese Veränderungen direkt zur Nebenniereninsuffizienz beitragen oder gar zu Long Covid - den Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung - führen, sei noch unklar. Dieser Frage müsse man in weiteren klinischen Studien nachgehen.

Für die Analyse seien in Dresden die Daten von 40 Patienten ausgewertet worden, die am oder mit dem Coronavirus verstorben sind, hieß es. Die pathologische Untersuchung der Gewebeproben habe eindeutige Anzeichen von Nebennierenentzündungen aufgewiesen. Die Studie ist im Journal „The Lancet Diabetes und Endocrinology“ veröffentlicht.

Denise Frommeyer

Rot-Grün in Hamburg will mit CDU und Linker epidemische Notlage erklären

13:56
10.12.2021
In einem gemeinsamen Antrag mit CDU und Linker wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft die epidemische Notlage erklären. „Ich bin dazu mit unserem Koalitionspartner sowie den Fraktionsvorsitzenden von CDU und Linken im Gespräch“, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir befinden uns in einer Lage, in der es wichtig ist, alle Fäden in der Hand zu behalten. Genau das ermöglicht die epidemische Notlage, die wir für Hamburg am Mittwoch formal feststellen wollen.“ In dieser angespannten Situation solle es ein gemeinsames Zeichen der demokratischen Fraktionen geben, betonte Kienscherf.

Die neue Berliner Ampelkoalition hatte die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ Ende November auslaufen lassen und damit die Möglichkeiten der Länder im Kampf gegen die Pandemie stark eingeschränkt. Um den Landesregierungen wieder schärfere Maßnahmen zu ermöglichen, können die Landesparlamente nun aber jeweils für ihr Land die epidemische Notlage feststellen.

„Ich möchte jedoch betonen, dass sich aus diesem Vorgehen nicht automatisch Änderungen der Corona-Regeln ableiten“, sagte Kienscherf. „Es gibt keinen Automatismus und wir werden die Lage auch weiterhin täglich sehr genau analysieren, bewerten und dann die richtigen Schlüsse für Hamburg ziehen.“

Saskia Hassink