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Grünen-Experte Dahmen für Verbot von Großveranstaltungen

16:58
28.11.2021
Aufgrund der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen und der neuen Virus-Mutation fordert der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen ein Verbot von Sport-Großveranstaltungen. „Wir dürfen die Gesundheit von vielen jetzt nicht bei sorglosen Großveranstaltungen verzocken“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt am Sonntag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Spiele etwa in Fußballstadien seien bei niedrigen Fallzahlen unter 2G-Bedingungen (nur Geimpfte und Genesene) weitgehend sicher, meinte er. „Bei diesen hohen Infektionszahlen und vor dem Hintergrund neuer und besorgniserregender Mutationen sind sie jedoch insbesondere ohne Masken und ausreichend Abstand einfach zu gefährlich.“

Ähnlich hatte sich zuvor der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geäußert und sich angesichts der dramatischen Corona-Lage in Deutschland gegen Fußball-Spiele in vollen Stadion ausgesprochen. „Ich finde es hochproblematisch, was wir beim Fußball sehen“, hatte er der „Bild am Sonntag“ gesagt. „Die Menschen infizieren sich nicht im Stadion, aber die Anreise und die Feiern nach dem Spiel sind die Infektionsherde. Daher sind Spiele im vollen Stadion aktuell nicht akzeptabel.“

Am Samstag hatte das rheinische Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach vor 50 000 Zuschauern unter 2G stattgefunden. Das Gesundheitsamt Köln hatte einen entsprechenden Antrag des Kölner Clubs am Freitag genehmigt. Bei anderen Spielen waren die Zuschauerzahlen begrenzt, die Partie von RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen am Sonntag wurde ohne Fans angepfiffen.

„Die Bilder vom Samstag sind mir unerklärlich“, sagte Dahmen. Sie bestätigten den Eindruck, dass „es weiter eine ganze Reihe von Menschen auch in Verantwortung gibt, die den Ernst der Lage und das jetzt Notwendige nicht erkannt haben und die dementsprechend zögern und Offensichtliches nicht rechtzeitig und ausreichend tun“.

dpa

Weil fordert allgemeine Impfpflicht und schließt Lockdown nicht aus

16:29
28.11.2021
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat eine allgemeine Corona-Impfpflicht gefordert und strengere Corona-Regeln für das Land angekündigt. Mit der Omikron-Variante des Coronavirus gebe es eine neue Lage, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Wir werden uns massiv anstrengen müssen, um den Impfschutz sehr rasch nach oben zu treiben“, so Weil. „Erste Untersuchungen zeigen, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten können. Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar. Wir müssen den Impfdruck unbedingt erhöhen.“

Weil zufolge braucht es eine Impfpflicht für voraussichtlich einige Jahre. „Auch wenn kein Politiker das gerne tut: Wir müssen die Menschen wohl auch zu regelmäßigen Auffrischungsimpfungen verpflichten“, sagte der Regierungschef der Zeitung.

Weil kündigte zudem strengere Maßnahmen für Niedersachsen an. „Mit dem Erreichen der Warnstufe zwei am nächsten Mittwoch rollen wir die 2G-plus-Regel gleichsam flächendeckend über das Land aus“, so Weil. Damit dürften nur noch Geimpfte und Genesene, die zusätzlich aktuell negativ getestet wurden, Veranstaltungen besuchen oder Dienstleistungen wahrnehmen, im Innenbereich Sport treiben, ins Restaurant gehen oder im Hotel übernachten. „Diese ergänzende Testpflicht ist für die Geimpften und Genesenen mühsam und ärgerlich, aber leider notwendig“, sagte Weil.

Einen Lockdown schloss der Ministerpräsident nicht aus. „Das ist ein Punkt, den wir jetzt intensiv diskutieren müssen“, sagte er im Interview. „Dabei geht es aber wahrscheinlich noch eher um die Zeit nach Weihnachten, in der in der Regel Ferien sind und die Familien sich treffen.“ Weil zufolge kommt in Betracht, die Corona-Regeln bis Weihnachten zu verschärfen und danach eine „verlängerte Weihnachtsruhe“ zu verhängen.

dpa