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20211117094534

Österreich verschärft Corona-Regeln für die Einreise

09:45
17.11.2021
Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Grundsätzlich gilt jedoch für Deutsche eine Reisewarnung, da die Bundesregierung seit Sonntag fast ganz Österreich als Corona-Hochrisikogebiete einstuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

Wer dennoch nach Österreich will, muss strengere Kriterien laut der neuen 2,5G-Regel (Geimpft, Genesen oder PCR-Getestet) erfüllen. Impfzertifikate sind nicht mehr ein Jahr lang, sondern nur noch neun Monate gültig. Ungeimpfte Pendler müssen negative PCR-Testergebnisse vorweisen, die nur noch für 72 Stunden gelten (bisher eine Woche). Schnelltests sind für Pendler nur noch 24 statt 48 Stunden lang gültig.

dpa

Niedersächsische Förderbank prüft Überförderung bei Corona-Hilfen

08:50
17.11.2021
Die niedersächsische Förderbank prüft derzeit, ob Unternehmen bei den Corona-Hilfen zuviel Förderung erhalten haben. Dies beziehe sich auf die bewilligten Zuschüsse von Ende März bis Ende Mai vergangenen Jahres, sagte der Vorstandschef der niedersächsischen Förderbank, Michael Kiesewetter. In 130 000 Fällen werde nun individuell eine sogenannte Überförderung geprüft.

„Wir wollen auch nur so fördern, wie es notwendig war und ist“, sagte er. Am Anfang der Pandemie wären die meisten Anträge gestellt worden, weil man vom Schlimmsten ausgegangen sei. „In manchen Fällen ist es aber auch so, dass das Geschäft doch noch besser gelaufen ist“, so Kiesewetter. Man müsse jetzt prüfen, ob im Einzelfall eine Überförderung stattgefunden hat, sagte Kiesewetter. 10 000 niedersächsische Unternehmen hätten bislang freiwillig insgesamt 62 Millionen Euro der Hilfen zurückgezahlt.

Die ausgezahlten Corona-Hilfen und -Kredite der landeseigenen Förderbank für Wirtschaft in Niedersachsen nehmen nach Angaben von Kiesewetter weiter zu. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 seien insgesamt rund sechs Milliarden Euro an Corona-Hilfen geflossen, sagte Kiesewetter. Diese teilen sich den Angaben zufolge in etwa 5,6 Milliarden Euro an reinen Hilfen, wie Zuschüsse, und mehr als 560 Millionen Euro für ergänzende Darlehensprogramme auf.

Patrick Reichelt

Stiko-Chef deutet baldige Ausweitung der Booster-Empfehlung an

08:22
17.11.2021
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt. Die Stiko werde am Mittwoch „über die nächste, sozusagen die fortgeschriebene Empfehlung beraten, und das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen“, sagte Mertens am Dienstag auf eine entsprechende Frage in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage machte Mertens klar, dass die Empfehlung „bis 18“ gesenkt werden könnte.

Schon jetzt rät die Stiko zudem Menschen mit Immunschwäche, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal zum Booster. Vergangene Woche hatte das Gremium in einer Stellungnahme eine „zeitnahe“ Aktualisierung seiner Empfehlungen auch mit Blick auf Auffrischungsimpfungen angekündigt. Schon da hieß es, es sei aus immunologischen und infektionsepidemiologischen Gründen sinnvoll, über die bisherige Empfehlung hinaus mittelfristig auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten. Dabei solle „soweit wie möglich nach absteigendem Lebensalter vorgegangen werden“.

Mertens betonte in der ZDF-Sendung, dass im Augenblick nur etwa elf Prozent der über 60-Jährigen eine Booster-Impfung bekommen hätten. In Bezug auf Bekannte und Freunde in seinem Alter sagte Mertens: „Sie haben ihren Impftermin beim Hausarzt für Anfang, Mitte Dezember bekommen. (...) Das ist das Problem, verstehen Sie, und nicht das Problem, jetzt noch zu sagen, alle sollen zum Hausarzt laufen.“ Das Problem seien im Augenblick die Kapazitäten - „die Hausärzte sind stark gefordert im Augenblick“.

Bund und Länder hatten sich bereits vorletzte Woche verständigt, Auffrischungsimpfungen grundsätzlich für alle ermöglichen zu wollen. Sie sind frühestens sechs Monate nach vollständiger Impfung vorgesehen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus zu ermöglichen - auch wenn die letzte Impfung noch nicht sechs Monate her ist. Auch die Gesundheitsminister der Länder betonten aber in einem Beschluss, dass besonders Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal die Booster erhalten sollen.

Patrick Reichelt