Letztes Update:
20211113162412

Minister fordert schnelle Entscheidung über Impfstoff für Kinder

10:47
13.11.2021
Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen auch in Niedersachsen fordert Kultusminister Grant Hendrik Tonne mehr Tempo bei der Zulassung eines Impfstoffes für Kinder. „Ich appelliere an die Europäische Arzneimittelagentur, die Zulassung des Impfstoffs für Kinder mit hoher Priorität zu bearbeiten, und bitte die Ständige Impfkommission, zügig die Daten für diese Alterskohorte zu prüfen, damit es möglichst bald zu einer Entscheidung über eine mögliche Empfehlung kommen kann“, sagte der SPD-Politiker. „Das wäre wichtig, um einen weiteren Schutzschild für die Kinder bereitzuhaben.“

Insbesondere forderte er ungeimpfte Erwachsene auf, „die Impfangebote endlich anzunehmen“. Wer sich impfen lasse, tue etwas Gutes für die Kinder, für die Schulen, für die Kitas. „Es darf keinen weiteren Bildungs-Lockdown geben. Wir müssen alles daransetzen, dass Schulen und Kitas offen bleiben“, forderte der Minister und wies darauf hin, dass die allgemein sehr angespannte Infektionslage auch an den Kindern und Jugendlichen nicht vorbeigehe. „Die ausbleibende Impfmöglichkeit für unter Zwölfjährige und die mangelnde Impfbereitschaft eines Teils der Erwachsenen treiben die Inzidenzen auch bei den Schülerinnen und Schülern“, mahnte der Minister.

Zugleich bekräftigte der Vater von vier schulpflichtigen Kindern, dass das Land am Präsenzunterricht festhalten werde. „Der Präsenzunterricht in Niedersachsen läuft verlässlich, und wir sehen, wie wichtig es ist, dass die Kinder und Jugendlichen in die Schule gehen und gemeinsam in der Klassengemeinschaft lernen.“ Er appellierte an die Erwachsenen, Verantwortung zu übernehmen. „Wir können die Schulen sicher machen, aber wenn die Infektion über Kneipe oder Karneval in die Familien gebracht wird, dann haben wir darauf keinen Einfluss. Und letztlich werden dann Infektionen in Schule eingetragen, ohne dass Schule Auslöser ist“, erklärte Tonne. Er habe „größtes Verständnis“, dass das Bedürfnis nach Ausgelassenheit und Feiern da sei, „aber in der jetzigen Lage müssen wir alle uns wieder die Frage stellen, was wirklich Priorität hat“.

In Niedersachsen habe der Schutz des Präsenzunterrichtes allerhöchste Priorität. Daher prüfe sein Haus momentan auch, ob das Sicherheitsnetz an Schulen noch straffer gezogen werden könne. Nachgedacht werde zum Beispiel über noch mehr Tests und selbst darüber, auch vollständig geimpfte Schüler wieder einer Testpflicht zu unterziehen.

Saskia Hassink

Panik nach Corona-Kontrollen in Diskothek bei Cloppenburg

10:07
13.11.2021
Zu einer Panik mit Verletzten ist es in der Nacht zum Samstag in einer Diskothek im niedersächsischen Friesoythe gekommen. Mitarbeiter des Landkreises Cloppenburg ließen die Disco um kurz vor Mitternacht räumen, weil viele Gäste ohne Kontrolle ihres Impfstatus Einlass erhalten hatten, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Zudem waren zu viele Besucher hereingelassen worden. Bei der Räumung kam es zu großem Gedränge, einige Gäste gerieten in Panik. Die Polizei ordnete die Öffnung der Notausgänge an.

Rettungskräfte sowie die Psychosoziale Notfallversorgung betreuten Betroffene. Es blieb bei vereinzelten Fällen von Ohnmacht und Hyperventilation, wie es weiter hieß. Bis 4 Uhr dauerten die Räumung und ihre Folgen an. Der Landkreis leitete ein Bußgeldverfahren gegen den Veranstalter ein. Zudem würden weitere rechtliche Schritte geprüft.

Saskia Hassink

Inzidenz erreicht mit 277,4 neuen Höchstwert - 45.081 Neuinfektionen

09:11
13.11.2021
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchstwert gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 277,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 263,7 gelegen, vor einer Woche bei 183,7 (Vormonat: 65,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.081 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.21 Uhr wiedergeben. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50.196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 34.002 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 228 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 142 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.987.971 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Saskia Hassink