Letztes Update:
20211110212509

Intensivmediziner erwartet zunehmende Verschiebung planbarer OPs

06:35
10.11.2021
Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis rechnet wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage damit, dass zunehmend Krankenhäuser wieder den Regelbetrieb einschränken. „Wir werden kaum darum herumkommen“, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Er bezog dies besonders auf stark betroffene Bundesländer wie Bayern, Sachsen und Thüringen.

Eine Einschränkung des Regelbetriebs bedeute, „dass wir Operationen, die man verschieben kann, weil es nicht lebensbedrohlich ist oder weil es keine Tumorerkrankungen sind, dann auch wirklich verschieben und das Personal innerhalb des Krankenhauses wieder umschichten“, sagte Karagiannidis. Die Berliner Charité-Universitätsmedizin sagt bereits seit Dienstag alle planbaren Eingriffe ab, um Mitarbeiter wieder verstärkt auf Covid-19-Stationen einzusetzen.

Derzeit seien ungefähr zehn Prozent der Intensivbetten in Deutschland noch frei, erläuterte Karagiannidis. Das sei relativ wenig, weil eine Intensivstation im Schnitt aus zwölf Betten bestehe - und damit in der Regel nur ein einziges Bett frei sei „für alle Notfälle, die nicht nur Covid heißen“. „Und in dem Moment, wo wir regional unter fünf Prozent freie Betten rutschen, sind wir im Prinzip in den Kliniken nicht mehr wirklich handlungsfähig. Und das wird uns in den nächsten Wochen und vor allem auch Monaten (...) zumindest in den Hotspots, die wir jetzt haben - Bayern, Sachsen und Thüringen - relativ schnell ereilen.“

Saskia Hassink

RKI registriert Höchststand an Corona-Neuinfektionen - Knapp 40.000

05:18
10.11.2021
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet wie nie seit Beginn der Pandemie. Sie übermittelten 39.676 neue Fälle binnen eines Tages, wie aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag mit 37.120 gemeldet (Vorwochenwert: 20.398) worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard von 3.50 Uhr bei 232,1. Sie hat damit den dritten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Bereits am Montag (201,1) und Dienstag (213,7) hatte es Rekorde bei den tagesaktuell vom RKI berichteten Inzidenzen gegeben.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 146,6 (Vormonat: 66,1) gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 236 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 194 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.844.054 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Saskia Hassink

Kapitel

Dienstag, 9. November

Das war am Dienstag, 9. November, wichtig

21:09
09.11.2021
Bremen und Niedersachsen: 
  • Beim Bremer Weihnachtsmarkt und Schlachtezauber gilt keine Begrenzung auf zeitgleich maximal 25.000 Besucher. Der Senat hat am Dienstag eine entsprechende Änderung der Corona-Verordnung beschlossen.
  • Im Land Bremen gibt es 155 neue Corona-Infektionen - 109 in Bremen und 46 in Bremerhaven. Die Zahl der insgesamt bestätigten Fälle steigt damit laut Mitteilung des Gesundheitsressorts auf 36.218 - 29.086 in Bremen und 7132 in Bremerhaven.
  • In Bremen gibt es 925 (+41) aktive Infektionen, in Bremenhaven sind es 387 (+6).
  • 27.757 (+68) Personen in Bremen gelten als genesen, in Bremerhaven sind es 6622 (+40).
  • Die Zahl der an oder in Folge einer Corona-Infektion Verstorbener bleibt unverändert bei 527 - 404 in Bremen und 123 in Bremerhaven.
  • Die Inzidenz beträgt in Bremen 84,7 und in Bremerhaven 127,7.
  • Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz in Bremen beträgt 1,94, hier gilt die Corona-Warnstufe 0.
  • In Bremerhaven beträgt diese Inzidenz 1,76, aktuell gilt dort die Warnstufe 1.


Deutschland und die Welt:
  • Der US-Hersteller Moderna hat eigenen Angaben zufolge bei der Europäischen Arzneimittelagentur Ema die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt. 
  • Sachsen bleibt das Bundesland mit der höchsten Corona-Infektionsrate. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tages-Inzidenz am Dienstag mit 483,7 an. Das war etwas niedriger als am Montag, aber immer noch der höchste Wert aller Bundesländer.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 21.832 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 37.120 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. 

Michael Rabba