Die Stadt Hamburg will einen zentralen Gedenkort für die Opfer und die Folgen der Corona-Pandemie schaffen. Die Fraktionen von SPD, Grünen, CDU und Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag. Die AfD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung. Bei der Wahl und Ausgestaltung des Ortes sollen Hinterbliebene und die Religionsgemeinschaften miteinbezogen werden. Auch in Schleswig-Holstein hatte im Juni der Landtag entschieden, einen zentralen Gedenkort für die Corona-Opfer zu schaffen.
Die Pandemie werde für immer eine Zeit großen Schmerzes, größter Entbehrungen und Belastungen für viele Menschen bleiben, begründete der SPD-Abgeordneter Dirk Kienscherf die gemeinsame Initiative. Allein in Hamburg seien bereits über 1.600 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet worden. Jeder Verlust stelle einen schmerzhaften Einschnitt für Angehörige und Freunde sowie für das medizinische Personal dar. "Wir als Bürgerschaft können den Verlust nicht wegräumen", so Kienscherf. "Aber wir können dazu beitragen, einen zentralen Ort des Gedenkens und der Trauer in der Stadt zu schaffen."
AfD-Politiker Krzysztof Walczak warf die Frage auf, warum den Opfern des Coronavirus eine zentrale Gedenkstätte gewidmet werden solle, den Todesopfern anderer Krankheiten aber nicht. Es gehe darum, die Corona-Politik des Senats nachträglich zu legitimieren, erklärte er.