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Deutlich weniger Corona-Kontakte in England in Quarantäne

12:29
05.08.2021
In England und Wales sind inzwischen deutlich weniger Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden. In der Woche bis zum 28. Juli wurden 395 971 Kontakte „gepingt“, das waren 43 Prozent weniger als in der Vorwoche, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Gesundheitsdiensts NHS hervorgeht. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

Weil zuvor die Fallzahlen stark gestiegen und zudem fast alle Corona-Regeln aufgehoben worden waren, stieg die Zahl der „Pings“ auf einen Rekordstand. Die Folge: Leere Supermarktregale, volle Mülltonnen, ausgefallene Züge. Zahlreiche Menschen löschten die App, um nicht „gepingt“ zu werden, Medien sprachen von einer „Pingdemie“.

Nach lautstarken Beschwerden aus der Wirtschaft teilte die Regierung zu Wochenbeginn mit, dass die Einstellungen der App geändert wurden. Statt die Kontakte fünf Tage zurückzuverfolgen, werden jetzt nur noch die Begegnungen der vorigen zwei Tage aufgezeichnet. Die Zahl der „Pings“ dürfte also weiter abnehmen.

Jean-Pierre Fellmer

Mehrere SPD-Regierungschefs gegen Verschärfungen für Ungeimpfte

11:30
05.08.2021
Mehrere SPD-Landesregierungschefs haben die Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums zu Verschärfungen für Ungeimpfte zurückgewiesen. „Ich halte es für falsch und rechtlich unzulässig, Ungeimpfte vom öffentlichen Leben auszuschließen“, kritisierte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Niemand soll vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden.“ Mit negativem Test sollten Ungeimpfte weiter zum Beispiel an Veranstaltungen teilnehmen dürfen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte dem Blatt, es sei wichtig, dass sich mehr Menschen impfen ließen. „Drohungen bringen uns da nicht weiter. Wir müssen überzeugen.“

Das Ministerium von Jens Spahn (CDU) hatte in einem Bericht, der an den Bundestag und die Länder ging, Vorschläge aufgelistet, um die vierte Welle flachzuhalten. Besonders für Ungeimpfte könnten abhängig von der Impfquote, der Inzidenz und der Rate schwerer Klinikfälle ab bestimmten Grenzwerten erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden, hieß es darin unter anderem. Dazu zählten Kontaktbeschränkungen und die Begrenzung der Teilnahme oder ein Teilnahme-Ausschluss für Veranstaltungen und die Gastronomie („2G statt 3G“) - also auch mit negativem Test.

Jan-Felix Jasch