Letztes Update:
20210722093450

Keine Impfmüdigkeit in Hamburg - aber Astrazeneca bleibt liegen

09:34
22.07.2021
Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen ist in Hamburg stark zurückgegangen. Von Impfmüdigkeit wollen Ärzte und Gesundheitsbehörde aber nicht sprechen. Am Dienstag dieser Woche wurden in Hamburg laut Robert Koch-Institut 13 878 Impfungen gegeben (6533 Erst- und 7345 Zweitimpfungen). Auf dem bisherigen Höhepunkt der Kampagne in Hamburg waren am 23. Juni - einen Tag vor Beginn der Sommerferien - beinahe doppelt so viele Spritzen gesetzt worden, laut Gesundheitsbehörde genau 26 839 (17 059 Erst- und 9780 Zweitimpfungen).

Im zentralen Impfzentrum in den Messehallen werden nach Angaben der Gesundheitsbehörde weiterhin täglich rund 8000 Menschen geimpft. Es sei damit voll ausgelastet, erläuterte Behördensprecher Martin Helfrich. Die Kapazität liege eigentlich nur bei 7000. Helfrich sprach jedoch von einem „rückläufigen Buchungsdruck“.

Ende August soll das Impfzentrum planmäßig geschlossen werden. Bereits ab 11. August soll es dort nur noch Zweitimpfungen geben, darum werde die Auslastung spätestens dann sinken.

Die niedergelassenen Ärzte verabreichen zurzeit 40 000 bis 50 000 Impfungen pro Woche. Vor den Ferien waren es 60 000 bis 70 000. „Aktuell hat sich die Nachfrage beruhigt, was aber eindeutig auch an der Urlaubszeit liegt“, erklärte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann. Ab nächster Woche erwartet die Ärztevereinigung wieder „realistische Zahlen“. Die Ferien e

Jan-Felix Jasch

Ärzte-Präsident zu Corona-Lockerungen in England: „Sehr gewagt“

08:44
22.07.2021
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, rät zum Abwarten vor einer Aufhebung aller Corona-Beschränkungen wie in England. Mit Blick auf das Ende fast aller Corona-Vorschriften in dem größten britischen Landesteil sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag): „Das finde ich sehr, sehr gewagt. Ob der jetzige Zeitpunkt mit stark steigenden Infektionszahlen der richtige Moment dafür ist, halte ich für mehr als fragwürdig.“ Man müsse aber auch sehen, dass die Zahl schwer erkrankter Patienten, gemessen an den Fällen von Ansteckungen, deutlich niedriger sei als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle.

Reinhardt sagte auf die Frage, ob Deutschland sich an England ein Beispiel nehmen solle, er würde noch abwarten. „Wir wissen noch nicht, wie sich vor dem Hintergrund der Impfkampagne die Zahl schwerer Verläufe entwickelt.“ Dafür müsse man nicht nur die Entwicklung auf den Intensivstationen im Blick halten, sondern auch Gesundheitsdaten von Covid-19-Patienten auf anderen Stationen auswerten. „Die Inzidenz alleine ist wenig aussagekräftig. Wenn Menschen mit zweifacher Impfung deutlich seltener schwer erkranken, dann muss das in die Entscheidung über Öffnungsschritte einbezogen werden.“

Man solle die immer noch gute Infektionslage in Deutschland nicht gefährden. „Aber man muss schrittweise vorgehen und sich immer wieder fragen, was man zulassen kann. Dazu sind wir den Menschen gegenüber verpflichtet. Man darf nicht ständig Panik schüren und sich an Populismus ergötzen.“

Jan-Felix Jasch