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Sieben-Tage-Inzidenz nimmt in Niedersachsen weiter leicht zu

07:04
13.07.2021
In Niedersachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz erneut leicht gestiegen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner binnen einer Woche zuletzt bei 5,8. Am Montag war ein Wert von 5,4 registriert worden, Anfang voriger Woche waren es noch Werte unter 4.

Insgesamt zeigt der Trend bei den Neuansteckungen in vielen Regionen wieder etwas nach oben, die absolute Zahl ist aber noch vergleichsweise gering. In Niedersachsen kamen mit Stand Dienstagmorgen insgesamt 72 weitere Fälle hinzu, die Summe seit Beginn der Pandemie liegt hier nun bei 261.720. Ein weiterer Todesfall wurde gemeldet, insgesamt starben im Zusammenhang mit dem Covid-19-Erreger im Land bisher 5799 Menschen.

In vier niedersächsischen Kommunen lag die Sieben-Tage-Inzidenz über der Schwelle von 10: In Wolfsburg (20,9), Salzgitter (14,4), dem Kreis Cloppenburg (12,9) und der Region Hannover (12,2). 60,6 Prozent der Menschen haben derzeit mindestens eine Impfung erhalten.

Malte Bürger

Pandemie-Frust: Forscher fordert mehr Freiräume für Jugend

06:24
13.07.2021
Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat im zweiten Pandemiesommer mehr Freiräume für junge Leute gefordert - auch nachts. „Das ist sehr, sehr einfallslos, was viele Städte und Kommunen da bisher auf die Reihe bekommen haben“, sagte Hurrelmann der Deutschen Presse-Agentur. Noch deutlich mehr als andere Altersgruppen seien Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 22 Jahren am Ende ihrer Geduld. „Das ist eine Lebensphase, in der man raus muss, in der man sich erproben muss, Räume erobern.“

Hurrelmann regte an, Plätze für Aktivitäten freizugeben und vorher die Anwohner zu informieren. „Da lässt sich ja dann sagen: Nehmt Rücksicht auf die Jugend, sie hat auch Rücksicht auf euch genommen. Und darum geben wir hier jetzt mal für ein paar Tage eine Sondergenehmigung.“ Viele fühlten sich immer noch eingesperrt und hätten das Gefühl, gar nicht richtig leben zu können. Bei bis zu einem guten Drittel könnten deshalb Frust und Ohnmachtsgefühle auch in Randale und Aggressionen umschlagen. 

„Die Disziplin der jungen Leute ist nach wie vor hoch, aber nicht mehr so hoch wie noch vor sechs Monaten“, sagte Hurrelmann. „Das bröckelt.“ Rund zwei Drittel hielten sich weiter an die Regeln und nähmen Rücksicht auf die Älteren. „Aber man merkt: Jetzt sind die Zurücksetzungen mehr im Fokus und sie haben auch die Geduldigen unter den jungen Leuten erreicht.“ Als Freifahrtschein will Hurrelmann seine Ratschläge allerdings nicht verstanden wissen. „Die Polizei sollte nachts Parks räumen, wenn ein ganz eindeutiger Verstoß gegen Regeln vorliegt. Das muss sein. Das brauchen junge Leute auch als Signal“, sagte er.

Malte Bürger

Olympisches Dorf öffnet in Tokio - Weiter Sorgen wegen Pandemie

05:32
13.07.2021
Zehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat das Athletendorf in Tokio geöffnet. Der normalerweise fröhliche Countdown-Beginn wurde am Dienstag überschattet von der andauernden Sorge vieler Menschen im Gastgeberland vor einer Ausbreitung des Coronavirus durch das Mega-Sportspektakel. Am Vortag war der nunmehr vierte Notstand in der Olympia-Stadt in Kraft getreten und wird bis vorläufig zum 22. August - also bis nach Ende der Spiele - andauern.

Rund 18.000 Athleten und Offizielle werden in den 21 Gebäuden innerhalb des 44 Hektar großen Olympischen Dorfes in der Bucht von Tokio wohnen. Immer mehr Delegationen sind bereits in Japan angekommen, bis Ende dieser Woche werden es voraussichtlich mehr als 2200 Teilnehmer sein. Es wurden bereits zwei Mitglieder des Teams aus Uganda, ein serbischer Athlet und ein Mitglied der israelischen Delegation positiv auf das Virus getestet. Dies schürte noch die weit verbreitete Sorge in Japan vor einer Ausbreitung des Virus.

Normalerweise ist das Athletendorf die Partyzone und Begegnungsstätte für die Sportlerinnen und Sportler aller Länder. Doch in Tokio erwartet die Olympioniken eine gänzlich andere Atmosphäre voller strenger Regeln. So müssen sie stets mindestens zwei Meter Abstand halten, und das auch beim Essen. Kontakte sollen die Athletinnen und Athleten reduzieren, sich weder umarmen noch die Hände schütteln, und sich nur möglichst nur für kurze Zeit in der Mensa aufhalten.

Alkohol dürfen sie nur auf ihren Zimmern trinken, in öffentlichen Bereichen ist das verboten. Auch müssen sie außerhalb ihrer eigenen Zimmer stets Masken tragen. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung sind genauso untersagt wie touristische Ausflüge. Erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf dürfen sie ins Dorf einziehen, spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz sollen sie wieder abreisen.

Malte Bürger