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1945 Menschen starben 2020 in Niedersachsen an Covid-19

14:31
07.07.2021
Im vergangenen Jahr sind 1945 Menschen in Niedersachsen an Covid-19 gestorben. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) am Mittwoch mitteilte, ergab eine aktuelle Auswertung der Todesbescheinigungen bei gut zwei Prozent der insgesamt rund 97 000 Sterbefälle eine Coronavirus-Infektion als Grundleiden oder als Begleiterkrankung. Bei 2074 Todesfällen war Covid-19 auf der Todesbescheinigung vermerkt. Knapp 94 Prozent der Betroffenen starben an Corona als sogenanntem Grundleiden. In gut 6,2 Prozent der Fälle (129) starben die Personen mit einer Infektion als Begleiterkrankung.

Im Januar 2021, dem Höhepunkt der zweiten Pandemie-Welle, wurde für 1042 Menschen und damit gut 11 Prozent aller Sterbefälle Covid-19 als Grundleiden nachgewiesen. 62 Personen starben mit ihr als Begleiterkrankung. Dies geht aus dem neuen statistischen Monatsbericht mit ersten vorläufigen Ergebnissen aus der Todesursachenstatistik hervor. Darin wird Covid-19 anderen häufigen Todesursachen gegenübergestellt. So starben 2020 in Niedersachsen fast 35 600 Menschen (37 Prozent) an Krankheiten des Kreislaufsystems.

Patrick Reichelt

Bundesregierung wirbt verstärkt für Corona-Impfung

13:42
07.07.2021
Die Bundesregierung will verstärkt bei Impfmuffeln für die Corona-Impfung werben, um möglichst wenig Krankheitsfälle im Herbst und große Immunität in der Bevölkerung zu erreichen. Das Gesundheitsministerium will dafür die bestehende Impfkampagne „lauter stellen“, wie ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin ankündigte. Unter anderem TV- und Radiospots sollten an diejenigen gerichtet sein, die über eine zweite Impfung oder über eine Impfung generell nachdenken.

Einen Trend zu steigenden Corona-Inzidenzen sieht das Ministerium noch nicht. Die Entwicklung der Corona-Inzidenzen stagniere auf niedrigem Niveau, sagte der Sprecher. Für Trendbewertung sei der Beobachtungszeitraum zu klein. Erstmals seit Wochen war die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag leicht gestiegen. Sie schwankt seither um die 5.

In der Debatte um einen Wegfall der Corona-Beschränkungen erinnerte die Regierung an die Mahnung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wachsam gegenüber Corona zu bleiben. Die Menschen dürften sich nicht in Sicherheit wiegen und sollten behutsam lockern, zitierte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz die Bundeskanzlerin. Die Pandemie sei auf keinen Fall vorbei, betonte Fietz. Schutzmaßnahmen seien weiter notwendig.

Angesprochen auf die Forderung nach weitreichenden Öffnungen im Fall eines Impfangebots für alle durch Außenminister Heiko Maas (SPD) wies der Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf hin, dass erst die zweite Impfung gegen Corona den vollen Impfschutz insbesondere bei der Delta-Variante gebe. Spahn hatte angekündigt, dass allen Erwachsenen bis Ende Juli die erste Impfung angeboten sein könne.

Patrick Reichelt

Umfrage: Geringverdiener sind weniger geimpft

13:03
07.07.2021
Wer in Deutschland wenig verdient, ist nach einer Umfrage für ein Forschungsinstitut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auch seltener gegen Corona geimpft. Bei der nicht-repräsentativen Erhebung hätten im Juni 49 Prozent der Befragten aus dem untersten Fünftel der Lohnverteilung angegeben, schon mindestens die erste Impfdosis erhalten zu haben, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) am Mittwoch mit. Aus dem obersten Fünftel der Einkommensverteilung hätten dagegen 71 Prozent berichtet, mindestens einmal geimpft zu sein.

Laut Umfrage gibt es auch Unterschiede bei der Impfquote zwischen einzelnen Berufen. Beschäftigte aus Verkaufsberufen gaben an, nur zu 52 Prozent mindestens einmal geimpft zu sein. Wegen der Aufhebung der Impfpriorisierung seien viele Beschäftigte aus der Prioritätsgruppe 3, in die eine Tätigkeit im Lebensmitteleinzelhandel gefallen sei, nicht mehr zum Zuge gekommen, betonte Aline Zucco vom WSI. „Jetzt finden sich etliche davon offenbar im Dschungel um die Terminvergabe nicht zurecht.“ Deutlich höhere Impfquoten gibt es laut Mitteilung unter den Befragten aus den medizinischen Gesundheitsberufen (81 Prozent) und dem Bereich Erziehung und Soziales (74 Prozent). Sie zählten überwiegend zu den Prioritätsgruppen 1 und 2.

Zwar sei unter Geringverdienenden der Anteil der Befragten, die noch ungeimpft seien und sich auch nicht impfen lassen wollten, mit 9 Prozent deutlich höher als unter Besserverdienenden (4 Prozent). Gleichzeitig berge diese Gruppe aber auch das größte Potenzial beim Impffortschritt, betonte Zucco. „Wenn der Betriebsarzt während der Arbeitszeit unkompliziert eine Impfung anbietet, lassen sich dadurch viele Menschen zusätzlich erreichen.“

Malte Bürger