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In Ungarn fällt Maskenpflicht wegen Impf-Fortschritts fast ganz weg

20:19
02.07.2021
In Ungarn treten ab sofort umfangreiche Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen in Kraft, weil inzwischen 5,5 Millionen Ungarn zumindest eine Erstimpfung gegen das Virus Sars-Cov-2 erhalten haben. Die Regierung in Budapest gab am Freitagabend bekannt, dass diese Impfquote erreicht wurde. Somit werden automatisch zahlreiche Einschränkungen aufgehoben. Ungarns Regierung macht Lockerungen ausschließlich vom Impf-Fortschritt abhängig, nicht von der Inzidenz der Neuansteckungen.

Demnach ist nun die bisher gültige Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen weggefallen. Sei gilt nur noch in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen wie Altenheimen. Zur Übernachtung in Hotels sowie zum Betreten der Innenräume von Restaurants, Stränden, Bädern, Theatern und Kinos müssen Gäste keinen Immunitätsausweis mehr vorlegen. Dieser Ausweis, der belegt, dass jemand gegen Corona geimpft wurde oder eine Covid-Erkrankung überstanden hat, ist nur noch zur Teilnahme an Massen-Sportveranstaltungen und zum Besuch von Konzerten oder Musikkneipen notwendig.

In den Geschäften gelten keine Abstandsregeln mehr. Private Feste dürfen bis zu 100 Gäste haben, Hochzeiten bis zu 400. Oberschulen und Universitäten sollen ab Herbst wieder den Präsenzunterricht einführen.

In Ungarn lag die Corona-Inzidenz der letzten 14 Tage bei 10,21 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner.

Malte Bürger

Von der Leyen ruft wegen Delta-Variante zur Corona-Impfung auf

19:27
02.07.2021
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eindringlich für Impfungen geworben. „Wir machen uns Sorgen wegen der Delta-Variante, sie wird die (Zahl der) Infektionen erhöhen“, sagte sie am Freitag bei einem Besuch in Litauen. Die „gute Nachricht“ aber sei, dass die Corona-Impfstoffe wirksam gegen die ansteckendere Delta-Variante seien. Die Schwere der Infektion könne durch Impfungen und Hygienemaßnahmen reduziert werden. „Wir sollten die Impfungen vorantreiben, um uns zu schützen“, sagte von der Leyen in Vilnius.

Die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus war zuerst in Indien entdeckt worden. Sie verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern außerordentlich schnell. Als gesichert gilt, dass Delta deutlich ansteckender ist als alle anderen bisher bekannten Varianten. Vollständig geimpfte Menschen sind nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt.

Malte Bürger

Testpflicht für Helgoland wird für Tagesgäste aufgehoben

19:02
02.07.2021
Auch Helgoland lockert die Corona-Regeln weiter: Die Testpflicht für die Einreise wird am Montag für Tagesgäste aufgehoben. Das teilte der zuständige Kreis Pinneberg am Freitag mit. Die aktuellen Rahmenbedingung ließen diese Lockerung zu. Urlauber, die auf der Hochseeinsel übernachten möchten, müssen aber auch weiterhin einen Nachweis über einen negativen Test haben. Er muss vor Reiseantritt gemacht werden und darf beim Einchecken nicht älter als 48 Stunden sein. Auch wer in einer Gaststätte im Innenbereich speisen möchte, muss ein negatives Testergebnis vorlegen. Vollständig Geimpfte oder Genesene brauchen dies nicht. Bereits vor wenigen Tagen war die Maskenpflicht im Hafen der Insel aufgehoben worden.

Malte Bürger

WHO-Chef Tedros: Biontech muss mehr bei Technologietransfer tun

18:29
02.07.2021
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Mainzer Firma Biontech zu mehr Engagement aufgerufen, um die Impfstoffproduktion weltweit anzukurbeln. „Ich bitte Firmen wie Biontech, Pfizer und Moderna dringend, ihr Wissen zu teilen, damit wir die Entwicklung neuer Produktionsstätten beschleunigen können“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Es würden zwar neue Standorte für die Herstellung von Corona-Impfstoffen entwickelt, aber der Prozess komme schneller voran, wenn die Firmen ihre Technologie offen teilen würden.

Ärmere Länder hätten immer noch nicht genügend Impfstoff, um wenigstens zehn Prozent ihrer Bevölkerung bis Ende September zu impfen, während reiche Länder schon deutlich weiter seien, sagte Tedros. Die Regierungen dieser Länder würden zwar inzwischen Impfdosen spenden, es handele sich dabei aber immer noch nur um einen Tropfen auf den heißen Stein.

Er verwies zudem auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. „Wir sind in einer sehr gefährlichen Periode der Pandemie“, sagte Tedros. Kein Land sei bereits sicher, wenn das Virus mangels Impfungen in vielen Ländern mutieren könne, warnte er. Die Delta-Variante wurde seinen Angaben zufolge inzwischen in mindestens 98 Ländern nachgewiesen.

Tedros warnte Länder auch davor, mit der Einführung von Impfzertifikaten Menschen zu benachteiligen, die mit anderen als den dort zugelassenen Impfstoffen immunisiert wurden. „Wir erwarten, dass alle Länder die von der WHO genehmigten Impfstoffe akzeptieren“, sagte Tedros. Dazu gehören neben den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson auch die chinesischen Impfstoffe von Sinopharm und Sinovac. Der russische Impfstoff Sputnik V ist von der WHO bisher nicht zugelassen.

Malte Bürger