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Deutscher Städtetag ruft zu Impfungen auf

18:23
01.07.2021
Der Deutsche Städtetag warnt vor einer vierten Corona-Welle und ruft die Menschen in Deutschland zu Impfungen auf. „Vielleicht entscheiden wir mit unserem Verhalten jetzt im September nach der Reiserückkehr darüber, ob Weihnachtsmärkte stattfinden“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung am Donnerstag in Berlin. „Deshalb appellieren wir an alle: Bitte lassen Sie sich impfen.“

Nur mit einer hohen Impfrate sei die Pandemie zu bewältigen, so Jung. Das sei eine Frage der Solidarität. Um auch Menschen zu erreichen, die bislang zögerten, brauche es niederschwellige Angebote wie mobile Impfteams. Der Leipziger Oberbürgermeister appellierte an Reisende, sich nach der Rückkehr vorsichtig zu verhalten: „Lieber erst einmal einige Tage nach Rückkehr freiwillig Kontakte reduzieren, Maske tragen, testen lassen.“

Auf keinen Fall dürften die Schulen wieder geschlossen werden, so Jung. Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in der Pandemie solidarisch mit Älteren gezeigt hätten, müssten zudem Gelegenheit bekommen, sich auch wieder in größerer Zahl zu treffen. Dafür brauche es Konzepte und die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Malte Bürger

Infektionszahlen steigen in Portugal immer weiter

17:37
01.07.2021
Die Corona-Krise in Portugal spitzt sich weiter zu. Das Gesundheitsministerium in Lissabon meldete am Donnerstag 2449 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste erfasste Wert seit dem 13. Februar. Damals waren 2856 neue Fälle gemeldet worden. Allerdings hatte es an dem Tag vor gut viereinhalb Monaten 149 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Am Donnerstag wurden fünf Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

Im Winter hatte Portugal zeitweilig im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl von 10,3 Millionen mehr Neuinfektionen und Todesfälle als jedes andere Land der Erde. Die Bundeswehr schickte Ärzte und Sanitäter ins Land. Im Mai wies das Land dann mit die niedrigsten Infektionswerte Europas auf.

Nun kletterte die 14-Tage-Inzidenz nach Angaben der EU-Behörde ECDC innerhalb von nur einer Woche von 124 auf fast 169 pro 100 000 Einwohner. Das Land hat aber trotzdem inzwischen nicht mehr den schlechtesten Wert unter den 30 erfassten Ländern. Diesen Platz nahm Zypern ein mit knapp 180. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei knapp 14.

Malte Bürger

Experte: Delta-Variante ansteckender, aber Sterblichkeit geringer

17:01
01.07.2021
Die sich ausbreitende Delta-Variante ist nach Angaben des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck, mit Blick auf die Sterblichkeit wahrscheinlich weniger gefährlich als andere Coronavirus-Varianten. Man wisse, dass die Variante wahrscheinlich zu rund 60 Prozent ansteckender sei, sagte er am Donnerstag bei einer Expertenanhörung im Bundestag zum Thema Schule in der Pandemie. „Sie ist allerdings, was die Sterblichkeitsrate angeht, eher unterhalb der anderen Varianten anzusiedeln“. Rodeck betonte, dass es sich um vorläufige Daten aus Großbritannien handele, wo die Variante sich sehr stark verbreitet hat.

Für Kinder lägen bisher nur begrenzte Daten vor, sagte er, fügte aber hinzu: „Vermehrte stationäre Aufnahmen von Kindern infolge einer Deltavirusinfektion sind in England bislang nicht beobachtet worden.“ Er sei vorsichtig bei „Alarm-Meldungen“ über Delta-Infektionen an verschiedenen Orten in Deutschland. „Man sollte hier abwarten, bis die Datenlage ausreichend ist, um die Gefährlichkeit der Delta-Variante bei Kindern wirklich beurteilen zu können.“

Rodeck, der Chefarzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück ist, plädierte für sogenannte Pool-PCR-Tests an Schulen und in Kitas. Er verwies auf Erkenntnisse aus Österreich, wonach die gebräuchlichen Antigen-Schnelltests bei Kindern, die sich zwar angesteckt haben, aber keine Symptome haben, oft eine Infektion nicht anzeigten. Goldstandard seien PCR-Tests. „Die Pool-Testungen haben den großen Vorteil - ich sag's mal salopp - dass alle Schüler in einer Klasse in einen großen Becher spucken. Das ist nicht sehr aufwendig und das kann auch jeder.“ Dann werde von dem gesamten gepoolten Material ein PCR-Test gemacht. Falle dieser negativ aus, seien alle Schüler in der Klasse negativ. Wenn er positiv sei, müsse einzeln nachgetestet werden.

Malte Bürger