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Unicef warnt: Corona zerstört Zukunftschancen vieler Kinder in Afrika

12:15
25.06.2021
Die aktuell durch Afrika schwappende dritte Corona-Infektionswelle nimmt immer mehr Kindern auf dem Kontinent die Zukunftsperspektiven. Laut dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) verlieren im südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas nicht nur viele Kinder ihre Eltern und Großeltern, sondern sind auch Stress, häufigerem Missbrauch im häuslichen Umfeld, sozialer Isolierung und Bildungsrückschlägen ausgesetzt. „Covid-19 war ein verheerender Rückschlag für die Bildung - nach Unicef-Schätzungen kehrten rund neun Millionen Kinder im östlichen und südlichen Afrika nie in die Schulen zurück, als die wieder öffneten“, sagte Unicef-Sprecher James Elder am Freitag. Seit Jahresbeginn seien 50 Millionen Menschen im südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas in extreme Armut gerutscht.

Bei der Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Fälle weist der Kontinent aktuell stark steigende Werte auf. In Namibia - das vergangene Woche die höchste Todesrate des Kontinents verzeichnete - sei die Gesundheits-Infrastruktur am Rande ihrer Belastbarkeit, warnt Unicef. Das gelte auch für die Demokratische Republik Kongo und Südafrika - dort nähert sich im besonders schwer getroffenen Ballungsgebiet um Pretoria und Johannesburg die Zahl der täglichen Neuinfektionen mittlerweile der Marke von 11 000 Fällen. In Uganda sei die Zahl der Ansteckungen zwischen März und Juni um 2800 Prozent angestiegen. „Die Verfügbarkeit von Sauerstoff wird in Uganda zur Frage von Leben und Tod“, betonte Elder. Laut Unicef entfallen auf Afrika lediglich 1,5 Prozent der bislang weltweit verabreichten Impfstoffdosen.

Das Coronavirus hatte sich zunächst relativ langsam auf dem Kontinent verbreitet. Insgesamt wurden bisher rund 5,3 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert, knapp 140.000 Menschen starben bisher an den Folgen. Nach Expertenansicht könnte die Dunkelziffer auf dem Kontinent mit 1,3 Milliarden Einwohnern noch deutlich höher liegen.

Malte Bürger

Britisches Bevölkerungswachstum wegen Corona deutlich verlangsamt

11:38
25.06.2021
Wegen der Corona-Pandemie ist das Wachstum der britischen Bevölkerung auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren gesunken. Mitte 2020 hätten im Vereinigten Königreich schätzungsweise 67,1 Millionen Menschen gelebt, teilte das britische Statistikamt ONS am Freitag mit. Das Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt bedeute aber das niedrigste Wachstum seit 2001. Die Statistiker machten die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutlich erhöhte Sterblichkeit für die Entwicklung verantwortlich.

Im Jahr bis Mitte 2020 seien landesweit etwa 669 000 Menschen gestorben, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 1986. Zugleich sank die Zahl der Geburten auf 701 000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2003. Zudem gab es elf Prozent weniger Umzüge als im Vorjahr. „Einige der deutlichsten Auswirkungen der Pandemie sind in der Zunahme der Zahl der Todesfälle und der Verringerung der Zahl der Umzüge innerhalb des Vereinigten Königreichs zu sehen“, sagte ONS-Experte Neil Park.

Mit mehreren harten Lockdowns sowie einer erfolgreichen Impfkampagne hat Großbritannien die Zahl der Corona-Toten mittlerweile deutlich gesenkt. Zuletzt nahmen Neuinfektionen aber wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante wieder deutlich zu. Im Vereinigten Königreich seien insgesamt 111 157 bestätigte und vermutete Delta-Fälle ausgemacht worden, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit. Das seien 46 Prozent mehr als in der Vorwoche. Mit rund 95 Prozent ist die Delta-Variante mittlerweile für fast alle Corona-Neuinfektionen im Land verantwortlich.

Malte Bürger