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20210607200341

Indien vor ersten Corona-Lockerungen

12:21
07.06.2021
 Angesichts deutlich sinkender Infektionszahlen im einstigen Corona-Hotspot Indien wagen die Millionenstädte Delhi und Mumbai zusammen mit weiteren Regionen erste Lockerungen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am Samstag den Gesundheitsbehörden zufolge auf 120 529 Fälle gesunken - und damit deutlich unter den Anfang Mai erreichten Spitzenwert von 400 000.

In der Metropolregion Delhi, die sich seit 19. April im Lockdown befindet, könnten am Montag wieder Märkte und Einkaufszentren öffnen, teilte der dortige Regierungschef Arvind Kejriwal am Samstag mit. Allerdings sollen Geschäfte mit geraden Hausnummern an anderen Tagen öffnen als solche mit ungeraden Nummern. Zudem dürfe die Metro mit der Hälfte ihrer Sitzplatzkapazität wieder fahren. Auch Büros könnten mit der Hälfte ihrer Belegschaft wieder öffnen.

Max Seidenfaden

Slowakei startet Impfungen mit Sputnik V

11:57
07.06.2021
Als zweites EU-Land nach Ungarn hat die Slowakei mit der Verabreichung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Als Erster erhielt ein Mann aus der Industriestadt Zilina die Spritze, wie der Sender TA3 am Montag berichtete. „Ich habe wirklich auf Sputnik gewartet“, sagte der Slowake, der in christlicher Pilgertracht erschien. Russland habe eine lange Tradition bei der Impfstoffentwicklung.

Die Slowakei setzt den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ein. Ex-Regierungschef Igor Matovic hatte 200 000 Dosen des Wirkstoffs aus Russland gekauft. Die Kontroverse über seinen Alleingang trug zu seinem Sturz als Ministerpräsident bei. Der Impfstoff soll zunächst nur für Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren verwendet werden. Das Angebot ist freiwillig.

Nach Medienberichten bleibt das Interesse an einem Impftermin mit Sputnik V bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Matovic, der derzeit Finanzminister ist, machte dafür eine „niederträchtige Kampagne“ verantwortlich. In der Slowakei werden derzeit hauptsächlich die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna verabreicht. Seit Beginn der Pandemie gab in dem Land mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern mehr als 12 000 Corona-Todesfälle.

Malte Bürger

Proteste in Johnsons Partei gegen Kürzung von Hilfsgeldern

11:25
07.06.2021
Wenige Tage vor dem G7-Gipfel in Cornwall droht dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Revolte in der eigenen Partei. Anlass ist die Ankündigung der Regierung, die humanitäre Hilfe für Krisengebiete wie Syrien oder Somalia vorübergehend zu kürzen. Statt der gesetzlich verankerten 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens will Johnson nur noch 0,5 Prozent beisteuern - und damit vier Milliarden Pfund (4,65 Milliarden Euro) zur Finanzierung der Corona-Maßnahmen einsparen. Mehrere Dutzend Abgeordnete seiner konservativen Partei wollen das Vorhaben im Parlament stoppen.

Zu den „Tory-Rebellen“ gehören unter anderem Johnsons Vorgängerin Theresa May sowie die ehemaligen Regierungsmitglieder Andrew Mitchell und David Davis. Ihr Änderungsantrag könnte noch am Montag im Unterhaus in London zur Abstimmung kommen. Johnsons Vorsprung in der Parlamentskammer beträgt zwar 85 Sitze, Beobachter schließen einen Domino-Effekt unter anderen Abgeordneten aber nicht aus.

Der Zeitpunkt ist kritisch für Johnson, der sich am kommenden Wochenende beim G7-Gipfel als Anführer der Demokratien präsentieren will und zuletzt seine Kollegen zu mehr Einsatz für Corona-Impfungen in aller Welt aufgerufen hatte. Die Regierung verweist auf die Belastungen durch die Corona-Pandemie und betont, es handle sich nur um vorübergehende Kürzungen.

Malte Bürger