Letztes Update:
20210602070419

„Bundesnotbremse“ dämpft Umsatzerholung im Einzelhandel

07:04
02.06.2021
 Dämpfer für Deutschlands Einzelhändler im April: Nach der Erholung der Umsätze im März setzten die Ladenbesitzer im April wieder weniger um. Von März auf April des laufenden Jahres sanken die Umsätze sowohl preisbereinigt (minus 5,5 Prozent) als auch nominal (minus 5,4 Prozent), wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

„Ursächlich für den Rückgang dürften die Bundesnotbremse in der zweiten Aprilhälfte sowie das Ostergeschäft im März 2021 gewesen sein“, erklärten die Wiesbadener Statistiker am Mittwoch. Bund und Länder hatten im April bundeseinheitliche Regeln bei hohen Corona-Infektionszahlen in Kraft gesetzt. Diese „Bundesnotbremse“ im Infektionsschutzgesetz ist längstens bis zum 30. Juni befristet.

Im März hatte die Branche im Vergleich zum Vormonat noch ein kräftiges Umsatzplus von real 7,7 Prozent verbucht - auch weil das Ostergeschäft schon in den Monat fiel. Im Vergleich zum April 2020, der besonders von der Pandemie betroffen war, machten die Einzelhändler im April des laufenden Jahres etwas Boden gut: Die Umsätze stiegen real um 4,4 Prozent und nominal um 5,8 Prozent.

Max Seidenfaden

Spielergewerkschaft fordert Sicherheit für Fußballer bei Copa América

06:41
02.06.2021
Die Spielergewerkschaft Fifpro hat wegen der Verlegung der Copa América in den Corona-Brennpunkt Brasilien „ernsthafte Bedenken“. Die Entscheidung sei nicht „nur kurzfristig, sondern der alternative Gastgeber hat es mit einer alarmierenden Anzahl von Covid-19-Fällen zu tun. Die Durchführung eines Turniers unter diesen Umständen erfordert eine sehr gute Vorbereitung. Daher könnte diese Entscheidung schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Profifußballer, des Personals und der Öffentlichkeit haben“, teilte die Fifpro mit.

Da die Corona-Pandemie die öffentlichen Gesundheitsdienste in ganz Südamerika weiterhin belastet, „bitten wir Conmebol respektvoll, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass der Wettbewerb die Spieler nicht gefährdet.“ Die Fifpro würde „natürlich“ jeden Spieler „uneingeschränkt“ unterstützen, der aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen nicht bei der Copa spielen will, hieß es. Wie bei früheren Nationalmannschaftswettbewerben während der Pandemie müssten die Spieler „ohne das Risiko von Sanktionen“ ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien priorisieren können und gegebenenfalls auf eine Turnierteilnahme verzichten dürfen.

Der kontinentale Fußballverband Conmebol hatte am Montag nach dem Aus von Kolumbien und Argentinien als Ausrichter zwei Wochen vor dem Turnierstart Brasilien als neuen Gastgeber bekanntgegeben. Die Copa América soll vom 13. Juni bis 10. Juli ausgetragen werden. Gespielt wird in Brasília, Cuiabá, Goiânia und Rio de Janeiro. Die Partien sollen ohne Publikum und mit strengen Hygieneprotokollen stattfinden.

Max Seidenfaden

Kommunen befürchten in der Corona-Krise massive Defizite

06:19
02.06.2021
 Trotz der Hilfsprogramme von Bund und Ländern in der Corona-Krise befürchten Kommunen über Jahre Haushaltsdefizite. „Den Kommunen droht Long Covid – eine sich lang hinziehende Erkrankung durch das Coronavirus“, sagte der Kämmerer der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, Axel von der Ohe, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Der Stadt seien Gewerbesteuereinnahmen und Gewinnbeteiligungen weggebrochen, das Minus werde sich auf eine mittlere dreistellige Millionensumme addieren, betonte der SPD-Politiker. „Das sind Dimensionen, die wir uns noch Anfang 2020 nicht haben vorstellen können.“

„Wir nehmen weniger Gebühren ein, unter anderem, weil wir im Sinne der Familien auf Kita-Gebühren verzichtet haben. Und wir mussten in Corona-Schutzmaßnahmen investieren. Da kommt einiges zusammen“, erklärte von der Ohe. „Wir brauchen dringend einen zweiten Schutzschirm des Bundes für Kommunen, vergleichbar mit dem des vergangenen Jahres, der einen Teil der Gewerbesteuerausfälle kompensiert hat.“ Er kritisierte allerdings, viele Förderangebote seien derart kompliziert geworden, „dass es kaum zu leisten ist, alle Bedingungen zu erfüllen“.

Max Seidenfaden