Letztes Update:
20210522090927
Kapitel

Freitag, 21. Mai

Das war am Freitag, 21. Mai, wichtig

20:22
21.05.2021
Bremen und Niedersachsen:
  • Im Land Bremen können sich alle Menschen ab 18 Jahren ab sofort auf eine Impf-Warteliste eintragen. Die Impfstoffe von Astra-Zeneca oder Johnson und Johnson stehen für sie zur Verfügung.
  • Für den Plan, die Maskenpflicht im Einzelhandel bei einem Inzidenzwert unter 35 aufzuheben, hat Niedersachsen viel Kritik geerntet. Jetzt ist die Landesregierung zurückgerudert und behält die Maskenpflicht bei.
  • Der Inzidenzwert in der Stadt Bremen ist etwas gesunken - von 57,8 auf 56,2. Laut Gesundheitsamt wurden am Freitag 32 neue Corona-Fälle im Land Bremen gemeldet.
  • In Niedersachsen sind binnen eines Tages 708 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg leicht auf 47,1 an. Am Donnerstag lag der Wert noch bei 46,6, am Mittwoch war der wichtige Inzidenzwert erstmals seit langem auf knapp unter 50 gesunken. Die Zahl der Todesfälle stieg um 19 auf insgesamt 5548.

Deutschland und die Welt:

  • Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante wird Großbritannien von der Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft. Damit wird die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland drastisch beschränkt.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor den Pfingsttagen zur Vorsicht gemahnt. "Das Virus ist nicht verschwunden", betonte sie. "Maske tragen und Abstand halten, das ist von aller-, allergrößter Bedeutung."
  • Fast elf Millionen Deutsche sind vollständig gegen Corona geimpft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Das entspricht 13,1 Prozent der Bevölkerung. 39,3 Prozent sind mindestens einmal geimpft worden.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 8769 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 67,3 an (Vortag: 68,0; Vorwoche: 96,5). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 226 neue Todesfälle verzeichnet.

Bundesregierung stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

19:50
21.05.2021
Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante wird Großbritannien von der Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Damit wird die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland drastisch beschränkt.

Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen dürfen ab Sonntag nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann.

Großbritannien ist das erste Land in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. In diese höchste Risikokategorie fallen derzeit nur elf Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Die indische Virusvariante B.1.617.2 gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den letzten Monaten explodiert sind. In Großbritannien sind - Stand 19. Mai - mehr als 3400 Fälle der Variante bestätigt worden. Schwerpunkte sind vor allem die Städte Blackburn und Bolton in Mittelengland sowie ein Westlondoner Bezirk. Es gebe allerdings auch in anderen Gegenden einzelne „Cluster“, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen zur indischen Variante noch keine ausreichenden Daten vor. Vermutet werde eine deutlich höhere Übertragbarkeit und wahrscheinlich ein leicht reduzierter Impfschutz, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich mit Blick auf Großbritannien besorgt. Es solle vermieden werden, dass sich die Variante in Deutschland verbreite, sagte er bereits vor der Einstufung als Virusvariantengebiet.

Großbritannien galt zwischenzeitlich als Erfolgsmodell, was die Bekämpfung der Corona-Pandemie angeht. Ein harter Lockdown und ein hohes Impftempo hatten die Infektionszahlen so weit gedrückt, dass die Bundesregierung das Land vorübergehend ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete nahm. In der vergangenen Woche wurde es wegen der indischen Virusvariante aber wieder in die niedrigste Risikokategorie eingestuft. Ab Sonntag gilt für das Vereinigte Königreich wieder die höchste Risikostufe.