Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht als Lehre aus der Corona-Krise großen Verbesserungsbedarf von Notfallplänen bis zur Pflege - aber auch eine Warnung vor zusätzlichem Kostendruck. „Wir brauchen eine kritische Analyse der jetzt zu Tage getretenen Schwächen“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. „Der Wert des Gesundheitswesens ist in der Krise aber sehr deutlich geworden.“ Daran sollte man sich erinnern, wenn wieder Debatten darüber geführt würden, wie Strukturen ausgedünnt und auf reine Kosteneffizienz getrimmt werden sollten.
Lehren aus dem Corona-Krisenmanagement sind ein Thema des Deutschen Ärztetages, der an diesem Dienstag als Online-Veranstaltung beginnt. Es sind die ersten großen Beratungen der Ärzteschaft seit Beginn der Pandemie, nachdem der Ärztetag im vergangenen Jahr ausgefallen war.
Reinhardt sagte, Deutschland müsse sich den Mehraufwand für Reserven an Betten oder Schutzausrüstung leisten. „Es darf nicht wieder so etwas wie im Frühjahr 2020 passieren, als wir nicht einmal Masken und Schutzkleidung hatten.“ Katastrophenpläne und Vorgaben für Krisenstäbe müssten standardisiert und laufend aktualisiert werden. „Der Ernstfall muss regelmäßig geübt werden.“