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Mützenich: Geimpften „zügig“ Freiheit zurückgeben

07:07
28.04.2021
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat eine rasche Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte gefordert. „Das muss zügig kommen, denn wir sollten uns die Entscheidung darüber nicht von den Gerichten aus der Hand nehmen lassen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Da jetzt klar sei, dass Geimpfte wahrscheinlich andere nicht mehr infizieren könnten, müssten die Grundrechtseinschränkungen für diese Gruppe Schritt für Schritt zurückgenommen werden. Es brauche nun klare Kriterien dafür, wann für wen die Freiheit zurückkehren könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten am Montag unter anderem über Regelungen für vollständig Geimpfte und Genesene diskutiert, einen Beschluss gab es aber wie erwartet nicht.

Laut einem Eckpunktepapier der Bundesregierung vom Wochenende könnten die beiden Gruppen etwa beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen wie Friseuren dieselben Ausnahmen bekommen, die für negativ Getestete gelten. Bei der Einreise aus dem Ausland könnte zudem in den meisten Fällen eine Quarantäne wegfallen.

Jan-Felix Jasch

Corona-Lage in Niedersachsen bleibt angespannt

06:28
28.04.2021
Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen bleibt auf hohem Niveau. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Mittwoch bei 110,6, wie das Robert Koch-Institut meldete. Die absolute Zahl der Neuinfektionen kletterte um 1118 auf nunmehr 233.66 Fälle, die Zahl der Todesfälle um 18. Damit starben bislang insgesamt 5260 Menschen in Niedersachsen an oder mit Covid-19.

Bei 18 der 45 Landkreise und kreisfreien Städte lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über der Schwelle von 100. Auf die höchste Sieben-Tage-Inzidenz kam der Landkreis Vechta mit 315,8, dahinter folgten Salzgitter (272,3) und Delmenhorst (193,4). Am niedrigsten fiel der Wert in den Landkreisen Friesland (28,4), Lüchow-Dannenberg (45,4) und Wittmund (45,7) aus.

Jan-Felix Jasch

Drosten: Lage in Indien wohl nicht allein durch Variante verursacht

06:00
28.04.2021
Der Virologe Christian Drosten zeigt sich angesichts der bisherigen Erkenntnisse über die indische Corona-Variante B.1.617 weiter relativ gelassen. Anhand der sehr kleinen verfügbaren Datenbasis lasse sich schließen, dass die Mutante nicht allein die heftige Infektionswelle in dem Land verursache, „sondern das ist mehr eine bunt gemischte Virus-Population“, sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info) vom Dienstagabend. Auch die ansteckendere Variante B.1.1.7, die mittlerweile hierzulande dominiert, sei stark vertreten.

In Indien kommen derzeit aus Sicht Drostens mehrere Effekte zusammen: Herdenimmunität sei dort einer Studie zufolge bei weitem noch nicht erreicht gewesen. Es werde nun eine Bevölkerung durchseucht, die schon ein bisschen die Anfangsimmunität aus den bisherigen Wellen zu verlieren beginne, sagte der Virologe. Gleichzeitig sei die Variante B.1.617 etwas verbreitungsfähiger und robuster gegen die Immunität. In der Fachsprache ist von Immunescape (Immunflucht) die Rede. Diese Eigenschaft sei bei B.1.617 leicht ausgeprägt. Das sei auch im Vergleich mit anderen Varianten „nichts, was einen wirklich groß beunruhigt“.

Jan-Felix Jasch