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Zirkus-Verband hofft auf weitere finanzielle Hilfe in Corona-Krise

18:58
13.04.2021
 Der Verband Deutscher Circus Unternehmen rechnet erst gegen Jahresende wieder mit einer Aufnahme des Geschäftsbetriebes seiner Mitglieder. Dank der aktuellen Überbrückungshilfen in der Corona-Pandemie geht Verbandschef Ralf Huppertz davon aus, dass mittlere und größere Unternehmen zumindest die Zeit bis zum Sommer überstehen. Viel hänge nun davon ab, wie die Monate Juli bis Oktober finanziert werden und ob es eine weitere staatliche Unterstützung gibt, sagte Huppertz der Deutschen Presse-Agentur. Kaum ein Unternehmen plane allerdings noch mit einem Saisonbeginn im Sommer, der ja auch nicht planbar sei: „Man konzentriert sich nun auf die Planung der Weihnachtszirkusse und die Saison 2022.“

Huppertz zufolge erfahren vor allem die kleinen Unternehmen eine unglaubliche Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. „Die Besichtigung der Tiere wurde mancherorts zur Attraktion, meist ohne Eintritt aber mit vielen Spenden in den aufgestellten Dosen.“ Es habe sogar Firmen gegeben, die Versicherungsbeiträge für Fahrzeuge oder notwendige Reparaturen bezahlt haben. Kleine Betriebe könnten bei Beendigung des Lockdowns unter Umständen schneller wieder Tour gehen, falls ihnen Festplätze zur Verfügung gestellt werden. Bei größeren Unternehmen sei das aber nicht von heute auf morgen möglich. Nach Verbandsangaben gibt es in Deutschland schätzungsweise 300 Zirkusunternehmen.

Max Seidenfaden

Drosten hält weitere Maßnahmen neben Corona-Notbremse für nötig

17:50
13.04.2021
Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden. „Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss“, sagte der Corona-Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Dies müsse sicherlich in „allernächster Zeit“ geschehen. „Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann“, sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung.

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren - trotz deutlicher Kritik einiger Länder und der Opposition im Bundestag.

Über die eingeschränkte Aussagekraft der Corona-Meldezahlen nach Ostern sagte Drosten: „Wir müssen wahrscheinlich bis Ende dieser Woche warten, um wieder realistische Zahlen zu sehen.“ Er befürchte, dass man dann wieder in einem Bereich zwischen 20.000 und 30.000 täglich gemeldeten Neuinfektionen landen werde. Durch die Osterferien sieht der Virologe allerdings für die Schulen zunächst einen „nachhaltigen Entschleunigungseffekt“, wie er sagte.

Jan-Felix Jasch