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Charité besorgt über dritte Pandemie-Welle

06:50
10.04.2021
Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. „Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation“, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können. Sie selbst habe aber keine Corona-Kranken in andere Bundesländer verlegen müssen. „Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen“, sagte Kreis.

Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenig Chancen auf Impfungen hatte. „Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren“, ergänzte das Vorstandsmitglied. So sei eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig geöffnet worden. Darüber hinaus wurden planbare Operationen, die aufgeschoben werden können, abgesagt.

Da ein großer Teil des Charité-Personals bereits geimpft sei, gebe es an den Kliniken nun weniger Sorgen, dass Mitarbeiter wegen eigener Infektionen oder Quarantäne fehlten. Die Stimmung sei so, dass die Bereitschaft spürbar sei, die neue Herausforderung anzunehmen, sagte Kreis. Es gebe aber bei Teilen der Belegschaft auch Anzeichen von Erschöpfung und Trauer über die Corona-Toten. An der Charité ist bisher rund ein Drittel der beatmeten Covid-Patienten gestorben.

Ein großer Teil der Intensivbetten der Charité muss samt dem nötigen medizinischen Personal für Notfälle, die nichts mit der Pandemie zu tun haben, frei gehalten werden. Durch gute Hygiene-Konzepte brauchten Patienten mit anderen Leiden keine Angst zu haben, sich während der Pandemie an der Charité behandeln zu lassen, betonte Kreis.

Kapitel

Freitag, 9. April

Das war am Freitag, 9. April, wichtig

06:23
10.04.2021
Bremen und Niedersachsen:
  • Die Bremer Bürgerschaft hat der geänderten Corona-Verordnung zugestimmt: Der Zugang zu Schulen ist ab einer Inzidenz von 100 nur noch mit Maske erlaubt und Corona-Selbsttests für die Schüler werden verpflichtend.
  • Das Gesundheitsamt Bremen hat am Freitag 181 neue Corona-Infektionen gemeldet. Der Inzidenzwert in der Stadt Bremen liegt bei 114,2, in Bremerhaven beträgt er 176,9.
  • Die zwölf verbliebenen Modellkommunen zur Öffnung von Innenstädten in Niedersachsen haben sich auf den 15. April als frühestmöglichen Starttermin für die Lockerungen in bestimmten Bereichen verständigt.
  • Die Zahl der Corona-Patienten auf Niedersachsens Intensivstationen steigt. Am Donnerstag waren es 292 Patienten, so viele wie noch nie zuvor in der Pandemie.

Deutschland und die Welt:
  • Die für Montag geplante Ministerpräsidentenkonferenz findet nicht statt. Stattdessen soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetzt nachgeschärft werden, um eine bundeseinheitliche "Notbremse" für Regionen zu schaffen, in denen der Inzidenzwert an drei Tage in Folge über 100 liegt.
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Überbrückungshilfe III für Firmen, die unter der Corona-Krise leiden, bis zum Jahresende zu verlängern.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen und 296 neue Todesfälle gemeldet. Der bundesweite Inzidenzwert stieg von 105,7 auf 110,4.