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20210410065316

Bereits 5000 Corona-Tote in Niedersachsen

10:47
09.04.2021
Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Niedersachsen ist auf 5000 gestiegen. Das geht aus dem täglichen Lagebericht des Landesgesundheitsamts vom Freitag hervor. Etwa 87 Prozent der Todesopfer waren demnach 70 Jahre oder älter. Die jüngsten Verstorbenen gab es in der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen (fünf Fälle). Ihren Höchststand hatten die täglichen Todeszahlen Anfang Januar erreicht, seither sind sie stark rückläufig.

Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie in Niedersachsen 207 905 Corona-Infektionen nachgewiesen. Fast 90 Prozent der Betroffenen gelten Schätzungen zufolge mittlerweile als genesen.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das Gesundheitsamt mit 89,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner an. Das ist deutlich weniger als vor einer Woche (115,1). Allerdings waren die gemeldeten Fallzahlen an den Tagen nach Ostern geringer als vor den Feiertagen, was das Gesundheitsamt auf weniger Arztbesuche und Tests zurückgeführt hatte.

Jan-Felix Jasch

Bund und Länder wollen Infektionsschutzgesetz verschärfen

10:14
09.04.2021
Überraschende Wende bei der Corona-Strategie von Bund und Ländern: Die vor Ostern vereinbarte nächste Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder fällt aus. Stattdessen soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin mitteilte. Ziel sei es, bundesweit einheitliche Regelungen für Regionen mit hohen Infektionszahlen zu schaffen. Dazu werde die nächste Sitzung des Bundeskabinetts von Mittwoch auf Dienstag vorgezogen.

Demmer sagte: „Bund und Länder haben sich heute darauf verständigt, in enger Absprache mit den Bundestagsfraktionen das Infektionsschutzgesetz zu ergänzen, um nun bundeseinheitlich zu regeln, welche Beschränkungen zu ergreifen sind, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis über 100 liegt.“ Angestrebt werde ein „ganz normales Gesetzgebungsverfahren“, sagte die Sprecherin. In der kommenden Woche wird es nach ihren Angaben keine Ministerpräsidentenkonferenz mehr geben.

Für den Fall, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region den Wert von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner übersteigt, hatten Bund und Länder bereits Anfang März Regeln vereinbart: Alle Lockerungen der Corona-Maßnahmen müssten demnach wieder vollständig zurückgenommen werden. Allerdings hat sich in den vergangenen Wochen vielfach gezeigt, dass diese sogenannte Notbremse nicht angewendet wird. Dies hatte auch Merkel kritisiert. Offenbar sollen die Regeln nun im Infektionsschutzgesetz verbindlich festgeschrieben werden.

Jan-Felix Jasch

„Man kann die Zahlen ja nicht erfinden. [...] Wir haben genug andere Informationen. Wenn wir wissen, dass die dritte Welle da ist und wenn wir wissen, dass wir in einem exponentiellen Wachstum sind, dann kann es doch nicht sein, dass man sich durch einige niedrige Zahlen über einige Tage irritieren lässt.“ Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Freitag über die Interpretation der Meldezahlen rund um Ostern und den Einfluss geschlossener Arztpraxen in den Ferien. 10:14
09.04.2021