Deutschland will mit Russland über mögliche Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V sprechen. Die EU-Kommission habe erklärt, dass sie über das russische Präparat keine Verträge wie mit anderen Herstellern schließen werde, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im WDR5-„Morgenecho“. Daraufhin habe er bei einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister erklärt, „dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden“. Der staatliche russische Direktinvestmentfonds RDIF, der das Vakzin im Ausland vermarktet, bestätigte am Abend Gespräche mit der Bundesregierung.
Dabei gehe es um einen Vorvertrag für den Kauf des Impfstoffes. Details wurden zunächst nicht genannt. Zuletzt hatte der Fonds bei Twitter geschrieben, Deutschland im dritten Quartal mit mehr als 20 Millionen Impfdosen versorgen zu können. Deutschland und Russland würden es verstehen, „dass die Rettung von Menschenleben Priorität hat und das Timing von entscheidender Bedeutung ist“. Der russische Impfstoff ist den Angaben nach bereits in fast 60 Ländern registriert.