Letztes Update:
20210330165311

Bremer Gericht hält Kontaktbeschränkungen aufrecht

10:50
30.03.2021
Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat einen Eilantrag gegen die Kontaktbeschränkungen in der Hansestadt zurückgewiesen. Der Schutz von Leben und Gesundheit überwiege derzeit die vorübergehende Einschränkung der Grundrechte des Antragstellers, teilte das Gericht am Dienstag mit (Az: 1 B 100/21). Der Kläger wollte erreichen, dass er sich bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache mit Personen aus mehr als zwei Hausständen und mit mehr als fünf Personen privat treffen darf.

Das OVG ließ ausdrücklich offen, wie ein solches Hauptsacheverfahren ausgehen würde. Es seien Konstellationen denkbar, in denen die Kontaktbeschränkungen gegen den Schutz der Familie verstoßen. In dem Eilverfahren sei es aber nicht möglich gewesen, die Wirkung auf alle möglichen Familienkonstellationen zu beurteilen. Angesichts der herrschen Infektionslage sei die Bremer Corona-Verordnung nicht offensichtlich rechtswidrig. Sie wahre die Verhältnismäßigkeit. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Jan-Felix Jasch

Studie: In zweiter Corona-Welle weniger andere Klinik-Eingriffe

10:44
30.03.2021
Auch in der zweiten Corona-Welle sind laut einer Studie wieder andere Notfall-Eingriffe in deutschen Kliniken zurückgefahren worden. Die Zahl der Herzinfarkt-Behandlungen sank zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 um 13 Prozent, wie das Wissenschaftlichen Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) am Dienstag nach einer Auswertung von AOK-Abrechnungsdaten mitteilte. Dies sei fast genauso stark gewesen wie in der ersten Welle mit minus 16 Prozent von März bis Mai 2020. Schlaganfall-Behandlungen gingen demnach um 11 Prozent zurück, nachdem es in der ersten Corona-Welle minus 12 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 waren.

Diese erneuten Einbrüche seien Anlass zur Sorge, sagte Instituts-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Wiederholt hätten Ärzte aus Krankenhäusern darauf hingewiesen, dass Herzinfarkt-Patienten gehäuft verspätet und mit fortgeschrittener Schädigung des Herzens angekommen seien. „Wir können angesichts der Zahlen nur den Appell erneuern, bei Notfallsymptomen auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht zu zögern, den Notruf zu wählen.“

Mit Blick auf Covid-19-Klinikbehandlungen bestätige sich laut der Analyse nach Daten zu AOK-Versicherten, dass Männer häufiger von schweren Verläufen betroffen seien als Frauen. Zwei Drittel (66 Prozent) der Patienten mit künstlicher Beatmung waren demnach Männer. Zudem steige das Risiko mit dem Alter: 52 Prozent der stationär behandelten Covid-19-Patienten seien 70 Jahre oder älter gewesen. „Allerdings sehen wir auch viele schwere Krankheitsverläufe bei Jüngeren“, sagte Klauber. Ein Drittel der Corona-Patienten im Krankenhaus war demnach jünger als 60 Jahre. Dabei seien 50- bis 69-Jährige mit im Schnitt 16 Tagen am längsten beatmet worden - bei Über-80Jährige waren es zehn Tage.

Jan-Felix Jasch