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Kretschmann will Notbremse strikt durchsetzen

16:32
27.03.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will bei der Corona-Notbremse in Hotspot-Regionen keine Verzögerung mehr zulassen. „Das wird strikt durchgesetzt. Da gibt es kein Vertun mehr“, sagte der Grünen-Regierungschef am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. In der Landesregierung wächst dem Vernehmen nach der Ärger über Stadt- und Landkreise, die die Notbremse zunächst nicht konsequent anwenden, obwohl sie den Grenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche schon mehr als 3 Tage lang überschritten haben.

Der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Alexis von Komorowski, entgegnete: „Die Landesregierung hat es in der Hand, durch bessere Regelungen in der Corona-Verordnung die Unsicherheiten bei der Umsetzung der Notbremse zu beseitigen.“

Kretschmann betonte, die Notbremse sei „ein scharfes Instrument, vor allem bei uns, weil wir sie mit Ausgangsbeschränkungen machen“. Schon am Freitag hatte die Landesregierung aber erklärt, über Ostern werde es eine Ausnahme bei den Kontaktbeschränkungen geben.

Michael Rabba

136 Neuinfektionen im Land Bremen

16:06
27.03.2021
Im Land Bremen gibt es 136 Neuinfektionen, die zugleich aktive Infektionen sind. Damit steigt diese Zahl auf 1.489 und die Zahl der insgesamt bestätigten Fälle auf 20.543. Wie das Gesundheitsressort weiter mitteilt, ist die Zahl der als genesen geltenden Menschen im Land Bremen konstant geblieben bei 18.652. Ebenfalls unverändert mit 402 ist die Zahl der an oder in Folge einer Corona-Infektion verstobenen Menschen. 
Auf Bremerhaven entfallen davon 62 Neuinfektionen, dort gibt es damit jetzt 631 aktive Infektionen und 3.171 insgesamt bestätigte Fälle. 2.463 (+0) Menschen gelten als genesen, 77 (+0) sind verstorben. 
Der inzidenzwert in Bremen beträgt 110,1 und in Bremerhaven 249,9.

Michael Rabba

Malle-Urlaub mit Reiselust und Rechtfertigungsdruck

15:32
27.03.2021
Am ersten Tag der Osterferien ist der Flughafen von Mallorca aus seinem monatelangen Dornröschenschlaf erwacht. Rund 60 Maschinen aus 12 deutschen Städten wurden allein am Samstag auf der liebsten Ferieninsel der Deutschen erwartet, bis Ostermontag soll es 532 Flugverbindungen von und nach Deutschland geben. Die dringende Bitte der Bundesregierung, wegen der Corona-Pandemie doch zu Hause zu bleiben, konnte die Reiselust offenbar nicht dämpfen. „Seit anderthalb Jahren war ich nicht unterwegs. Das fühlt sich an wie im Gefängnis“, erzählt Abdul Naser aus Baden-Württemberg. Ein bisschen Bammel vor einer Ansteckung habe er schon. „Aber in Deutschland ist das nicht anders.“

Die Bundesregierung hatte die Lieblingsinsel der Deutschen am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Damit wurde auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufgehoben. Der Schritt erfolgte, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gesunken war. Damit entfiel auch eine Quarantäne und zunächst die Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland.

Als die Buchungen stark anzogen, warnte die Bundesregierung eindringlich vor Urlaubsreisen auf die Mittelmeerinsel. Zusätzlich wurde eine Testpflicht ab Dienstag für alle aus dem Ausland Einreisenden angeordnet. Die gilt auch für Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet kommen, also auch für Mallorca-Rückkehrer. Diese Testpflicht soll vorerst bis einschließlich 12. Mai gelten.

Vor dem Flughafen warteten Taxifahrer am Samstag sehnsüchtig darauf, endlich wieder Kundschaft zu haben. Mietwagenanbieter versuchten, die Reisenden gleich am Ausgang abzufangen. Viele Urlauber aber wurden auch mit Bussen zu ihren Hotels gebracht. Die Insel ist extrem vom Tourismus abhängig. Vor der Corona-Pandemie trug die Branche 35 Prozent zum Regionaleinkommen bei. Jetzt droht Armut.

Michael Rabba