Letztes Update:
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Scholz: Arbeitgeber müssen Mitarbeiter regelmäßig testen

11:03
23.03.2021
Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Arbeitgeber in Deutschland dazu ermahnt, ihre Mitarbeiter regelmäßig auf das Coronavirus zu testen. Es sei nötig, dass die Unternehmen, die durch die Bestellungen der Vergangenheit nun „viele, viele Tests“ zur Verfügung hätten, diese auch einsetzten, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft „auch aus Eigeninteresse“ daran halten werde. Sollte dies aber nicht geschehen, kündigte Scholz an, Arbeitgeber Anfang April per Verordnung zu den Tests für Mitarbeiter zu verpflichten. Das sei im jüngsten Bund-Länder-Beschluss auch so vorgesehen.

Den verschärften Lockdown über Ostern bezeichnete Scholz als geeignete Maßnahme, um das Infektionsgeschehen in Deutschland zu bremsen. „Klar ist, dass es richtig ist, die nahe liegende Zeit um Ostern zu nutzen, um eine Bremsung hinzukriegen“, sagte Scholz. 

Anna Zacharias

Epidemiologe: Oster-Lockdown könnte „sehr positiven Effekt haben“

10:36
23.03.2021
Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verschärfung der Corona-Maßnahmen über Ostern für wirksam. „Das könnte nach meiner Ansicht einen sehr positiven Effekt haben, weil eine ganze Reihe von Tagen dann quasi Ruhetage sind, also Sonntage“, sagte Brockmann am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Schon beim „Wellenbrecher“ im Frühjahr habe sich gezeigt, dass viele Menschen ihre Aktivitäten runtergefahren hätten. „Und das hatte dann ein, zwei Wochen später einen sehr starken Effekt auf die Fallzahlen, weil sehr viel weniger Kontakte stattfinden“.

Laut Beschluss von Bund und Ländern soll vom Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben.

„Natürlich werden diese Maßnahmen sich positiv darauf auswirken, aber wie stark, das lässt sich nur sehr, sehr schwer berechnen“, sagte Brockmann. In Deutschland erlebe man gerade einen „exponentiellen Anstieg“ der Infektionszahlen, „bei dem sich die Fallzahlen alle zwei Wochen etwa, vielleicht sogar noch auf einer kürzeren Skala verdoppeln“, betonte Brockmann. Ohne weitere Maßnahmen zu Ostern könne es unter diesen Voraussetzungen in Deutschland bis zu 60.000 Neuinfektionen jeden Tag geben.

Anna Zacharias

Lindner zu Bund-Länder-Beratung: „erschütternde Konzeptlosigkeit“

10:04
23.03.2021
FDP-Chef Christian Lindner hat das Ergebnis der Corona-Beratungen als „zu scharf“ und „zu wenig innovativ“ kritisiert. „Es ist eine erschütternde Konzeptlosigkeit, dass das Prinzip "Wir bleiben zu Hause" auch nach mehr als einem Jahr immer noch die zentrale Antwort auf die Pandemie ist“, sagte Lindner am Dienstag dem Radiosender WDR 5.

„Es ist ja eine gefährliche Situation und auch eine gefährliche Erkrankung - daran kann kein Zweifel bestehen“, betonte Lindner. Er vermisse allerdings, dass die Politik ausgewogen zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken abwäge. Lindner nannte unter anderem die Stadt Tübingen als Beispiel für „sehr kreative Konzepte“.

Im Rahmen eines Modellprojekts zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten können dort seit gut einer Woche an mehreren Stationen kostenlose Tests gemacht werden. Mit der Bescheinigung über ein negatives Ergebnis kann man beispielsweise in Läden oder zum Friseur gehen. Organisatorisch funktioniere das Modell bisher, sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) am Montag. Um die Auswirkung auf die Infektionszahlen einzuschätzen, sei es aber noch zu früh.

Anna Zacharias