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Testwoche an Niedersachsens Schulen beginnt

06:01
22.03.2021
Trotz steigender Infektionszahlen findet ab Montag an den meisten niedersächsischen Schulen wieder Präsenzunterricht statt. In allen Regionen, deren Corona-Wert unter 100 liegt, gilt dann das Wechselmodell, bei dem die Klassen in Gruppen abwechselnd zu Hause und im Klassenraum unterrichtet werden. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte diese schon vor Wochen angekündigte Öffnung am Freitag bekräftigt, obwohl fast jede dritte Region im Land die 100er-Marke derzeit reißt. 

Für mehr Sicherheit im Schulbetrieb sollen von Montag an flächendeckende Corona-Selbsttests sorgen. Geplant ist eine Übungswoche, in der Lehrer und Schüler noch vor den Osterferien den richtigen Umgang mit den Tests lernen können. Allerdings hatten viele Schulen zuletzt noch keine Testkits erhalten. Bis Mittwoch waren erst 400.000 Tests an weiterführende Schulen in Südniedersachsen, in der Region Hannover und im Raum Braunschweig verteilt worden.

Wie es an den Schulen nach den Osterferien weitergeht, soll Tonne zufolge in den kommenden Tagen und Wochen neu bewertet werden. Zwar gebe es wieder mehr Ansteckungen, allerdings seien auch die Sicherheitsvorkehrungen in Form von Impfungen und Selbsttests erhöht worden.

Die Frage wird auch die Bund-Länder-Runde beschäftigen, die am Montag über den weiteren Corona-Kurs entscheiden soll. Während mehrere Länderchefs die jüngsten Lockerungen bereits für gescheitert erklärt haben, kann sich Niedersachsens Regierung aus SPD und CDU auch Modellprojekte mit weiteren Öffnungsschritten vorstellen, wenn diese an Schnelltests gekoppelt werden.

Anna Zacharias

Wieder 3000: Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen steigt

05:38
22.03.2021
Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Pandemie ist die Zahl der Corona-Patienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder angestiegen. Mit mehr als 3000 belegten Betten liegt die Belastung im Moment erneut so hoch wie zu den Spitzenzeiten in der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor.

„Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohem Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen“, sagte Divi-Präsident Gernot Marx. Nach Divi-Daten wurden am Sonntag 3056 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt. „Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt“, ergänzte er. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Bei Inzidenzen um die 200 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner prognostizieren Notfallmediziner für Anfang Mai rund 5000 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Das wären fast so viele wie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Anfang Januar und könnte viele Kliniken erneut schwer belasten.

Die gute Nachricht: Kommt keine neue gefährlichere Mutante hinzu und geht das Impfen weiter gut voran, könnte die Pandemie nach der aktuellen Prognose im August für die Notfall-Stationen der Kliniken so gut wie ausgestanden sein. 

Anna Zacharias