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20210320161944

Althusmann: Corona-Regeln für Tourismus überprüfen

08:59
20.03.2021
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sieht Handlungsbedarf bei den Corona-Regeln für den Tourismus. „Es ist schon ein bisschen absurd, dass wir nach Mallorca fliegen dürften, gleichzeitig aber kein Kurzurlaub auf den ostfriesischen Inseln, im Harz oder in der Heide erlaubt ist“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Das müssen wir in jedem Fall überprüfen und in der Ministerpräsidentenkonferenz (am Montag) erörtern. Ich plädiere sehr dafür, dass man hier eine Lösung für den Tourismus in Niedersachsen finden und ein Signal setzen könnte.“

Der Epidemiologe Gérard Krause zeigte sich im selben Interview besorgt über mögliche Mallorca-Reisen. „Denn es ist leicht vorstellbar, dass man sich dort, wenn viele Menschen aus vielen Nationen zusammenkommen, leichter infizieren kann, als wenn man hier bleibt.“ Aus rein epidemiologischer Sicht sei ein solcher Mallorca-Besuch problematisch.

Jan-Felix Jasch

Mittelstand fordert Kurswechsel in Corona-Politik - Brief an Merkel

08:28
20.03.2021
Vor den Beratungen von Bund und Ländern am Montag hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft einen Kurswechsel in der Corona-Politik gefordert. In einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel verweist Bundesgeschäftsführer Markus Jerger darauf, ganze Branchen wie das Tourismus- und Gastronomiegewerbe oder der Einzelhandel drohten auf Dauer wegzubrechen. „Das gegenwärtige Impfchaos muss schleunigst beendet werden, um weiteren Schaden abzuwenden.“

Außerdem habe sich die „einseitige Fixierung auf den Inzidenzwert“ als falsch erwiesen, weil er das Infektionsgeschehen nur unvollständig abbilde. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner spielt bei politischen Entscheidungen eine große Rolle.

„Wir brauchen eine Abkehr vom Inzidenzwert hin zu einem Risikowert, der unterschiedliche Faktoren erfasst“, schreibt Jerger in dem Brief an Merkel, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dazu gehörten neben der Zahl der Infektionen der Belegungsgrad bei den Intensivbetten und der Anteil schwerer Krankheitsverläufe. Damit dieser Risikowert sinke, müsse das Impfen aller Personengruppen beschleunigt werden - damit spätestens zur Jahresmitte 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sei. Schnelltestmöglichkeiten müssten dazu genutzt werden, Öffnungen im Einzelhandel, in der Gastronomie und von Hotels zuzulassen.

Jan-Felix Jasch