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20210316162436

Spitzenberatungen zum Impfen möglicherweise am Freitag

16:24
16.03.2021
Bund und Länder wollen möglicherweise an diesem Freitag zu Beratungen über die weitere Impfstrategie in Deutschland zusammenkommen. Dann soll die Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zur Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca vorliegen, dessen Verabreichung in Deutschland seit Montag gestoppt ist. „Die Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder soll zeitnah nach der EMA-Entscheidung nachgeholt werden, möglicherweise schon am Freitag“, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Ursprünglich waren die Beratungen der Spitzen von Bund und Ländern zur weiteren Impfkampagne in Deutschland für diesen Mittwoch angesetzt; sie wurden abgesagt, nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorübergehend als Vorsichtsmaßnahme gestoppt hatte. Die EMA will ihr Votum zu dem Impfstoff am Donnerstag abgeben, wie sie in Amsterdam mitteilte. Die Bundesregierung will über den neuen Termin der Bund-Länder-Schalte rechtzeitig informieren, wie der Sprecher weiter sagte.

Der Grund für den Stopp war, dass in Deutschland sechs Fälle von Hirnvenen-Thrombosen nach einer Gabe des Präparats sowie ein vergleichbarer Fall aufgetreten waren, drei davon tödlich. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt, ist unklar. Expertinnen und Experten am zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hätten einen Zusammenhang aber als nicht unplausibel eingestuft, wie das Institut mitteilte. Die EMA sieht zunächst die Vorteile des Impfstoffs zur Verhinderung von Covid-19 weiter als größer an als das Risiko, wie EMA-Chefin Emer Cooke mitteilte.

Michael Rabba

Estland hält an Impfungen mit Astrazeneca fest

15:55
16.03.2021
Anders als Deutschland und andere europäische Staaten setzt Estland die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst nicht aus. Das baltische EU-Land wird nach Angaben von Gesundheitsminister Tanel Kiik das Vakzin trotz der Berichte über Blutgerinnsel weiter verabreichen. „Kein Land hat Beweise dafür, dass der Impfstoff mit diesen tragischen Vorfällen zusammenhängt“, sagte er am Dienstag in Tallinn.

Mit diesem Schritt schließt sich Estland der Entscheidung von Litauen an, das ebenfalls mit Astrazeneca weiterimpfen will. Der dritte Baltenstaat Lettland hat dagegen wie mehrere weitere EU-Staaten die Verabreichung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers vorsorglich ausgesetzt. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat.

„Wir müssen berücksichtigen, dass die Impfungen in Estland bereits Dutzende Leben gerettet hat und langfristig Hunderte mehr retten wird“, sagte Kiik. Eine Fortsetzung der Impfungen überwiege daher mögliche hypothetische Risiken. Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern weist nach Angaben der EU-Behörde ECDC aktuell eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf. Auch Regierungschefin Kaja Kallas wurde am Montagabend positiv auf das Coronavirus getestet.

Michael Rabba

Steinmeier: Deutschland kann von Israels Impfkampagne lernen

14:56
16.03.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Erfolg der Corona-Impfkampagne in Israel als beispielhaft auch für Deutschland herausgestellt. Er habe Präsident Reuven Rivlin zu den großen Fortschritten gratuliert, sagte er nach einem Treffen am Dienstag im Berliner Schloss Bellevue.

„Diese Impfkampagne erhält hier in Deutschland viel Aufmerksamkeit und großen Respekt nicht nur wegen der Professionalität und der Geschwindigkeit des Impfens, sondern auch wegen der guten Portion Pragmatismus, mit der Ihr Land und die Verantwortlichen diesen Prozess begleiten und beschleunigen.“ Steinmeier betonte: „Andere, auch wir, denke ich, können davon lernen.“

Die Impfkampagne in Israel läuft bereits seit dem 19. Dezember. Sie gehört zu den erfolgreichsten weltweit. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang mehr als 5,2 von etwa 9 Millionen Einwohnern. Davon bekamen knapp 4,3 Millionen auch schon die zweite Dosis.

Michael Rabba