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Mehr als 20 000 Corona-Tote in Tschechien - Kritik an Verschärfungen

06:27
28.02.2021
In Tschechien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 20 000 überschritten. Seit Beginn der Pandemie starben 20 194 Menschen, die zuvor positiv getestet worden waren. Das teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Samstag mit. Innerhalb von 24 Stunden wurden 14 676 Neuinfektionen registriert. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten lag bei mehr als 1,2 Millionen. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner und derzeit die höchste Neuinfektionsrate unter allen EU-Staaten.

Um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, greift die Regierung nun zu drastischen Maßnahmen. Die Bürger dürfen ihren jeweiligen Bezirk von Montag an nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Die Bezirke entsprechen in ihrer Größe etwa den Landkreisen in Deutschland. „Wenn wir das nicht tun, sieht die ganze Welt ein zweites Bergamo in Tschechien“, warnte Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Sondersitzung des Kabinetts. Im vorigen Frühjahr wütete das Coronavirus in der italienischen Provinz Bergamo.

In Online-Kommentaren und den sozialen Medien überwog dennoch der Ärger. „Bisher habe ich alles eingehalten, aber darauf werde ich pfeifen“, schrieb ein Internet-Nutzer. „Die Regierungspolitiker sind verrückt geworden“, meinte ein anderer.

Erlaubt bleiben Fahrten zur Arbeit, zum Arzt und zu Behörden, wenn entsprechende Nachweise erbracht werden. Spaziergänge und Sport werden nur in der eigenen Gemeinde erlaubt sein. Kontrollieren sollen das nicht nur Polizisten, sondern auch bis zu 5000 Soldaten.

Sarah Haferkamp

Das war am Samstag, 27. Februar, wichtig:

19:06
27.02.2021
Bremen und Niedersachsen:
  • Das Gesundheitsamt Bremen hat 103 neue Fälle mit dem Coronavirus gemeldet (Stand Bremen: 16 Uhr, Bremerhaven: 15 Uhr).
  • In Niedersachsen sind am Samstag 970 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit (Stand 9.00 Uhr). Die Zahl war nicht ganz so hoch wie am Freitag (1058 Fälle), aber höher als am Samstag vor einer Woche (871 Fälle). 

Deutschland und Welt:
  • Die Bundesregierung will das Beförderungsverbot für Einreisende aus sogenannten Virusvarianten-Gebieten bis 17. März verlängern. 
  • Hunderte Menschen haben am Samstag in der irischen Hauptstadt Dublin teils gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. 

Sarah Haferkamp

Hunderte demonstrieren in Dublin teils gewaltsam gegen Lockdown

17:57
27.02.2021
Hunderte Menschen haben am Samstag in der irischen Hauptstadt Dublin teils gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach Angaben der irischen Rundfunksenders RTÉ, als Demonstranten versuchten, zu einem zentral gelegenen Park durchzudringen. Mehrere Menschen wurden demnach festgenommen.

In einem Video, das im Internet kursierte, war zu sehen, wie ein Mann Polizisten mit einer Art Feuerwerksraketen beschießt. Daraufhin scheint die Lage zu eskalieren. Irlands Vizepremier Leo Varadkar zeigte sich bestürzt. „Gewalt gegen Polizisten oder sonst jemanden ist unentschuldbar“, schrieb er auf Twitter.

Die irische Regierung hatte kürzlich angekündigt, die höchste Lockdown-Stufe in dem Land bis mindestens zum 5. April beizubehalten. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Jean-Pierre Fellmer