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20210218204547

Niedersachsen: Landtag darf weiter nicht über Corona-Regeln entscheiden

20:45
18.02.2021
Niedersachsens Landesregierung kann die Corona-Regeln wie bisher ohne eine Abstimmung im Landtag anordnen. Einen Gesetzantrag der FDP, der einen Parlamentsvorbehalt vorsah, lehnten SPD und CDU gegen die Stimmen der Opposition am Donnerstag ab. FDP-Fraktionschef Stefan Birkner hatte argumentiert, dass der Landtag der entscheidende Ort der Corona-Debatten sein müsse. Das führe zu mehr Transparenz und einer größeren Akzeptanz der Regeln.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) verwies dagegen darauf, dass die Regierung nach dem Infektionsschutzgesetz des Bundes dazu ermächtigt sei, die Corona-Verordnungen zu erlassen. Das ermögliche ein schnelles und wirksames Vorgehen gegen die Ausbreitung des Virus.

Michael Rabba

Rechtsmediziner: Hamburger Corona-Tote im Schnitt 83 Jahre alt

20:10
18.02.2021
Von den 735 Hamburger Todesfällen, die im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit Corona gebracht wurden, starben nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung 618 tatsächlich an dem Virus. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) untersuchte nicht nur die Sterbefälle in Krankenhäusern und Pflegeheimen, sondern auch solche, die nach dem Tod zu Hause oder bei einer Leichenschau aus anderen Gründen auffielen, wie der Leiter des Instituts, Benjamin Ondruschka, am Donnerstag erklärte.

Sieben Prozent der 735 Toten - also rund 50 - waren zwar mit dem Virus infiziert, die Infektion war aber nicht die Todesursache. Bei den übrigen knapp 70 Verstorbenen wollten die Angehörigen keine Obduktion oder es fehlten Unterlagen. Das Robert Koch-Institut habe für Hamburg im vergangenen Jahr 632 Corona-Tote gemeldet.

Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigten zudem die positive Wirkung von Blutverdünnungsmitteln. „Zwar haben unsere Obduktionen der Verstorbenen gezeigt, dass die Covid-19-Erkrankten trotz der Gabe von Blutverdünnungsmitteln noch Blutgerinnsel in den Lungenschlagadern aufweisen konnten“, sagte Ondruschka. In der statistischen Auswertung hätten sich aber längere Überlebenszeiten zwischen Infektion und Tod seit einer Therapieumstellung gezeigt.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war bei den Hamburger Obduktionen aufgefallen, dass Covid-19 zu ungewöhnlich vielen Thrombosen und Lungenembolien führt. Daraufhin waren die bundesweit geltenden Behandlungsleitlinien geändert worden. Seitdem wird Ärzten empfohlen, Patienten nach individueller Risikoeinschätzung mit einem Blutverdünnungsmittel zu behandeln.

Michael Rabba

Thüringen verlängert Lockdown bis Mitte März

18:40
18.02.2021
Die Menschen in Thüringen müssen sich auf noch wochenlang anhaltende Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie einstellen. Eine neue Verordnung, die am Freitag in Kraft tritt, sieht eine Verlängerung des Lockdowns mit Kontaktbeschränkungen und Ladenschließungen bis 15. März vor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sei es aber jederzeit möglich, die Geltungsdauer bei Bedarf auch zu verkürzen. Die Verordnung enthält auch Lockerungen.

In Thüringen ist das Infektionsgeschehen weiterhin stärker als in allen anderen Bundesländern. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und sieben Tagen stieg am Donnerstag im Freistaat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Staatskanzlei binnen 24 Stunden von 111,6 auf 119,5. Der Bundeswert lag dagegen bei 57,1. Thüringen ist derzeit das einzige Bundesland mit einem Inzidenzwert über 100.

Fahrschulen sollen der Verordnung nach wieder öffnen dürfen und auch Prüfungen durchführen können. Friseure können ab 1. März ihre Dienste wieder anbieten und Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe können öffnen. Bei den Kontaktbeschränkungen gibt es Lockerungen für Familien. Mitglieder des eigenen Haushaltes und Menschen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht, dürfen sich etwa treffen.

Auch Lockerungen im Bildungssektor sind geplant. Ab Montag sollen Grundschulen und Kindergärten im eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen. Die Klassen fünf und sechs sollen ab 1. März folgen.

Michael Rabba