Die geplante Nominierung einer kubanischen Hilfstruppe aus Ärzten und Pflegern für den Friedensnobelpreis stößt in Südafrika auf Kritik der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA). Zur Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus hatte Kuba 217 Ärzte, Wissenschaftler und Gesundheitsexperten in das zahlenmäßig am meisten von Covid-19 betroffene Land Afrikas geschickt. „Enttäuschend ist, dass unsere eigenen Mediziner sich nicht der gleichen Dankbarkeit durch ihre eigene Regierung erfreuen können“, betonte am Freitag Sama-Chefin Angélique Coetzee. Südafrikanisches Pflegepersonal arbeite teilweise ohne entsprechende Schutzausrüstung in Einrichtungen, in denen es an den elementarsten Dingen fehle.
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte in seiner TV-Rede an die Nation vergangenen Montag betont, sein Kabinett unterstütze einen entsprechenden Vorstoß der norwegischen Regierung für die Nominierung. „Seiner Geschichte treu bleibend hat diese kleine Inselnation Solidarität mit den am schlimmsten betroffenen Ländern gezeigt und mehr als 3700 Kubaner weltweit entsendet, um beim Kampf gegen Covid-19 zu helfen“, hatte er erklärt. Kuba schickt seit Jahren Tausende Ärzte in alle Welt, um in Gesundheitskrisen - etwa der Ebola-Epidemie in Westafrika - Unterstützung zu leisten.