Letztes Update:
20210205133532

Kritik an Nobelpreis-Nominierung für kubanische Ärzte in Südafrika

13:35
05.02.2021
Die geplante Nominierung einer kubanischen Hilfstruppe aus Ärzten und Pflegern für den Friedensnobelpreis stößt in Südafrika auf Kritik der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA). Zur Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus hatte Kuba 217 Ärzte, Wissenschaftler und Gesundheitsexperten in das zahlenmäßig am meisten von Covid-19 betroffene Land Afrikas geschickt. „Enttäuschend ist, dass unsere eigenen Mediziner sich nicht der gleichen Dankbarkeit durch ihre eigene Regierung erfreuen können“, betonte am Freitag Sama-Chefin Angélique Coetzee. Südafrikanisches Pflegepersonal arbeite teilweise ohne entsprechende Schutzausrüstung in Einrichtungen, in denen es an den elementarsten Dingen fehle.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte in seiner TV-Rede an die Nation vergangenen Montag betont, sein Kabinett unterstütze einen entsprechenden Vorstoß der norwegischen Regierung für die Nominierung. „Seiner Geschichte treu bleibend hat diese kleine Inselnation Solidarität mit den am schlimmsten betroffenen Ländern gezeigt und mehr als 3700 Kubaner weltweit entsendet, um beim Kampf gegen Covid-19 zu helfen“, hatte er erklärt. Kuba schickt seit Jahren Tausende Ärzte in alle Welt, um in Gesundheitskrisen - etwa der Ebola-Epidemie in Westafrika - Unterstützung zu leisten.

Anna Zacharias

Pfizer zieht Bewerbung für Impfstoff-Notzulassung in Indien zurück

12:49
05.02.2021
Pfizer hat seine Bewerbung für eine Notzulassung seines Corona-Impfstoffs in Indien zurückgezogen. Die Entscheidung sei nach einem Treffen mit der Arzneimittel-Aufsichtsbehörde des Landes gefallen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. „Basierend auf Überlegungen beim Treffen und unserem Verständnis, dass die Behörde möglicherweise zusätzliche Informationen braucht, hat sich die Firma entschieden, ihre Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt zurückzuziehen“, hieß es. Später, wenn die Zusatzinformationen zur Verfügung stünden, wolle sich das Unternehmen erneut um eine Zulassung bemühen.

Pfizer hatte seine Bewerbung zum Import und Verkauf des Impfstoffs in Indien Ende 2020 eingereicht, wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtete. Dabei habe sie sich auch für eine Befreiung beworben, um keine kleineren Studien des Impfstoffs an der indischen Bevölkerung machen zu müssen, die die Behörde verlangt habe.

In Indien, dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt, sind bislang zwei Impfstoffe zugelassen - derjenige von Astrazeneca und ein in Indien entwickelter. Beide werden in Indien hergestellt. Um den einheimischen Impfstoff gab es eine Kontroverse, weil ihm die Regierung eine Zulassung erteilte, obwohl die klinischen Studien noch nicht abgeschlossen waren.  Indien wird oft als „Apotheke der Welt“ bezeichnet, da in dem Land nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt wird. Viele davon gehen nach eigenen Angaben für relativ wenig Geld an ärmere Länder.

Anna Zacharias

Arzt entwendet Impfstoff für seine schwer kranke Frau

12:21
05.02.2021
Um seine schwer kranke Frau vor einer Corona-Infektion zu schützen, hat ein Arzt im Hamburger Impfzentrum Impfstoff entwendet. Die Gesundheitsbehörde bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach der 69-Jährige Mitte Januar eine aufgezogene Spritze mit in den Eingangsbereich des Zentrums nahm und den Impfstoff seiner dort wartenden Frau verabreichte. Die Tat sei sofort entdeckt und der Arzt einen Tag später entlassen worden.

Während gegen den Mann strafrechtliche Ermittlungen liefen, werde die Frau auch die zweite Impfdosis erhalten, obwohl sie nicht zur Gruppe der derzeit Impfberechtigten gehöre, sagte Sprecher Martin Helfrich. „Wenn eine erste Dosis verabreicht wurde, muss auch die zweite Dosis gespritzt werden.“ Dabei gehe es nicht nur darum, keinen Impfstoff zu vergeuden. Wenn es keinen abschließenden Impfschutz gibt, steige das Risiko einer Virusmutation, die von einer solchen Person ausgehe.

Aufgrund umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen sei es nicht möglich, in dem Zentrum größere Impfstoffmengen zu entwenden, betonte Helfrich. So würden aus dem Lager im Hochsicherheitsbereich immer nur einzelne Dosen in die Impfstraßen des Zentrums gebracht. Zudem sei der Umgang mit dem Impfstoff, der tiefstgekühlt gelagert werden muss, auch für potenzielle Diebe schwierig. „Den kann man sich nicht mal eben so in die Hosentasche stecken.“

Anna Zacharias