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Empörung nach illegalem Karnevalsumzug in Thüringer Corona-Hotspot

15:25
01.02.2021
Ein illegaler Umzug von Karnevalisten im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen sorgt für Empörung. „In den aktuell so schwierigen Corona-Zeiten ist dies einfach verantwortungslos und rückt den organisierten Karneval in ein völlig falsches Licht“, erklärte der Landesverband Thüringer Karnevalvereine am Montag. Am Sonntag hatte erst die Polizei dem Treiben ein Ende gesetzt, nachdem bis zu 90 Teilnehmer bei einem Umzug im Ortsteil Jüchsen der Gemeinde Grabfeld zusammengekommen waren.

Wie ein Polizeisprecher sagte, weist Jüchsen den höchsten Wochenwert an Corona-Infektionen je 100 000 Einwohnern in Thüringen auf und gilt demnach als Hotspot. Nach Angaben des Sprechers hatten sich die Teilnehmer des Umzugs über Soziale Netzwerke verabredet. Auch Pferde und teils geschmückte Fahrzeuge seien beteiligt gewesen.

Auch Landrätin Peggy Greiser (parteilos) war entsetzt. „Es ist angesichts der aktuellen ernsten Lage absolut verantwortungslos und nicht zu tolerieren, was in Jüchsen passiert ist“, äußerte sie. „In den Krankenhäusern kämpfen Ärzte und Pfleger um unzählige Menschenleben, daheim bangen viele um ihre wirtschaftliche Existenzen und hier wird munter Karneval gefeiert.“ Es sei eine organisierte illegale Veranstaltung gewesen, bei der teilweise Mindestabstände nicht eingehalten und keine Mund-Nasen-Bedeckungen getragen worden seien.

Scharfe Kritik gab es am Montag auch vom Bund Deutscher Karneval (BDK). Mit einem solch „unsolidarischen Verhalten“ würden „angebliche Karnevalisten“ nicht nur die Gesundheit anderer gefährden, sondern auch dem Brauchtum und dem Ruf von Fasching, Fastnacht und Karneval insgesamt Schaden zufügen, teilte der BDK im saarländischen Bexbach mit. Der Bund betonte, in der Corona-Pandemie müssten sich alle in Vereinen organisierten Karnevalisten und auch privat zusammenkommende Narren an die Schutzregeln halten.

Wie das Landratsamt mitteilte, wurden drei Strafanzeigen wegen Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte erstattet. Greiser kündigte an, die Identitäten der Beteiligten sollten festgestellt und die Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung geahndet werden.

Michael Rabba

Experten: Covid-19-Impfung etwa bei vorerkrankten Schwangeren möglich

14:18
01.02.2021
Schwangere können nach Einschätzung mehrerer Fachgesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen gegen Covid-19 geimpft werden. „Insbesondere Schwangeren mit Vorerkrankungen, einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 oder hohem Expositionsrisiko gegenüber einer Sars-CoV-2-Infektion kann die Impfung angeboten werden“, heißt es in einer Stellungnahme unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Eine generelle Empfehlung sprechen die Fachleute nicht aus. Es gebe bislang keine belastbaren Daten zur Anwendung von sogenannten mRNA-Impfstoffen in der Schwangerschaft. Die Entscheidung solle in enger Absprache mit einem Arzt und nach Abwägung individueller Vorteile und Risiken getroffen werden, raten sie.

Frauen mit Kinderwunsch wird die Impfung empfohlen. Es gebe keine Hinweise, dass mRNA-Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinträchtigten. Das Papier bezieht sich auf die beiden zuerst gegen Covid-19 zugelassenen Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna - der seit Freitag ebenfalls in der Europäischen Union zugelassene Impfstoff von Astrazeneca ist zunächst nicht berücksichtigt.

Max Seidenfaden