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20201221211746

Neue Virus-Variante in weiteren Ländern gefunden

18:28
21.12.2020
Die neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 ist außer in Großbritannien auch in Australien, Island, Italien, den Niederlanden und Dänemark gefunden worden. Abgesehen von Dänemark seien es Einzelfälle gewesen, berichtete die Coronavirus-Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Maria van Kerkhove, am Montag in Genf.

Das Virus könne auch in der neuen Variante unter Kontrolle gebracht werden, betonte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan. „Die Situation ist nicht außer Kontrolle“, sagte er. „Wir müssen uns aber noch mehr anstrengen. Das Virus kann gestoppt werden.“ Schutzmaßnahmen wie Distanz halten, direkte Kontakte vermeiden und Händewaschen seien auch bei der neuen Variante genau die richtigen, um Ansteckungen möglichst zu vermeiden.

Die in Großbritannien entdeckte Mutation könnte nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender sein als die bisher bekannte Form. Der R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen ein Infizierter anstecken kann, betrage bei der neuen Variante 1,5 statt 1,1, sagte Kerkhove. Der R-Wert bei Masern liege zwischen 12 und 18, sagte Ryan.

Wenn sich an einem Virus wie hier die Proteine veränderten, habe das Einfluss darauf, wie gut das Virus in menschlichen Zellen eindringen könne, sagte Ryan. Wenn es einfacher eindringen könne, könne auch die Viruslast steigen - die Menge an Virus, die ein Mensch in sich trägt - und das führe zu einer höheren Ansteckung.

In Großbritannien breitet sich die neue Form des Virus vor allem in London und Südostengland rasant aus. Zahlreiche Länder haben Flüge von Großbritannien deshalb gestoppt.

Nach Angaben der WHO gibt es keine Hinweise darauf, dass Menschen, bei denen die neue Variante nachgewiesen wurde, einen schwereren Krankheitsverlauf haben als früher Infizierte. Die in Südafrika aufgetauchte Virus-Variante weise ähnliche Mutationen auf, sei aber eine andere Variante als die in Großbritannien entdeckt Variante.

Michael Rabba

Ausgangssperre im Landkreis Grafschaft Bentheim

17:53
21.12.2020
Erstmals in Niedersachsen erlässt ein Kreis wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre. In der Grafschaft Bentheim im Westen des Landes dürfen die rund 140 000 Einwohner von Mittwochabend an zwischen 21 und 5 Uhr ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen, wie der Kreis mitteilte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover ist es erstmal landesweit der Fall, dass eine Kommune in Niedersachsen zu so einem Schritt greift, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Die neue Regel in der Grafschaft Bentheim gilt vorerst bis Dienstag, 12. Januar. Ausgenommen wird Heiligabend, an diesem Tag beginnt die Ausgangssperre erst um 22.00 Uhr. Auch ausgenommen von der Ausgangssperre werden Wege, die aus beruflichen oder ärztlich notwendigen Gründen unvermeidbar sind. Auch Gassi gehen von Einzelpersonen mit dem Hund sei weiter möglich, hieß es.

Die Grafschaft Bentheim hatte am Montag mit einem Inzidenzwert von 210,7 den in Niedersachsen landesweit zweithöchsten Wert nach Gifhorn (215,3). Landrat Uwe Fietzek sagte am Montag. „Wir haben seit Tagen steigende Fallzahlen und noch trauriger: Wir haben ebenfalls eine höhere Zahl an Todesfällen in unserem Landkreis.“

An schärferen Maßnahmen führe bei einem Inzidenzwert von über 200 kein Weg vorbei. „Wir haben begrenzte Kapazitäten an Intensivplätzen und entsprechendem Pflegepersonal“, sagte der Landrat. Eine solche Maßnahme sei bereits in zahlreichen Kreisen in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern umgesetzt worden, betonte er.

Michael Rabba