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EU-Abgeordnete: Impfbeginn in Großbritannien und USA bringt keine Verluste an Impfstoff für Deutschland

18:46
14.12.2020
Der deutsche EU-Abgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Peter Liese, hat klargestellt, dass Deutschland durch eine spätere Zulassung kein Corona-Impfstoff verloren geht. „Kein Brite, kein Amerikaner wird mit „deutschem“ Impfstoff geimpft“, sagte der CDU-Politiker am Montag bei einem virtuellen Pressegespräch. „Die Tatsache, dass die anderen früher anfangen, heißt nicht, dass wir Ende Januar einen Deutschen haben, der dadurch weniger geimpft wurde.“

Während die bedingte Marktzulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA für den Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer noch aussteht, haben Großbritannien und die USA nach Notfallzulassungen bereits mit Impfungen begonnen.

„Auch in Großbritannien wird keiner der Senioren normal mit seiner Familie Weihnachten feiern können, weil er noch keine Immunität haben wird zu Weihnachten“, sagte Liese. Die Immunisierung stelle sich erst einige Zeit nach der zweiten Dosis ein.

Ohnehin sei der derzeit verfügbare Impfstoff begrenzt, so dass der zeitliche Vorteil einer früheren Zulassung begrenzt sei. „Der Engpass ist auf jeden Fall da, und wir werden, egal ob wir jetzt eine Notfallzulassung machen oder nicht, im Januar nicht alle Risikogruppen impfen können sondern nur nach und nach.“

Frühestens im März oder April werde ein Impfstoff spürbar für Entlastung sorgen, wenn bis dahin große Teile der Risikogruppen geimpft seien. „Die Frage, was wir uns im Januar erlauben können, hängt nicht an der Impfung“, sagte der studierte Mediziner. Vielmehr seien Verhaltensregeln wie das Tragen von Masken und das Einhalten von Abstand entscheidend. Den kürzlich beschlossenen Lockdown in Deutschland hätte laut Liese auch eine frühere Notfallzulassung nicht verhindert.

Michael Rabba

Spahn hält Impfbeginn noch im Dezember für möglich

18:13
14.12.2020
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar. „Wir tun alles dafür“, dass es noch im Dezember losgehen könne mit dem Impfen, sagte der CDU-Politiker am Montag im „Polittalk aus der Hauptstadt“, einer Kooperation des RBB-Inforadios mit der „Süddeutschen Zeitung“. Spahn machte erneut deutlich, dass es keine Notfallzulassung für Deutschland, sondern eine europäische bedingte Zulassung für den ersten Impfstoff geben solle. „Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Notzulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten?“, betonte Spahn.

Am Montag hatte die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA deutlich gemacht, dass das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff kaum zu beschleunigen ist. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke, am Montag in Amsterdam. „Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten Covid-19-Impfstoffes“. Die Fristen würden allerdings im Laufe des Prüfverfahrens „ständig neu bewertet“.

Spahn hatte zuvor eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt.

Michael Rabba