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20201207142533

50 statt 60 Impfzentren in Niedersachsen

14:24
07.12.2020
Die Vorbereitungen für flächendeckende Impfungen der Bevölkerung gegen das Coronavirus laufen in Niedersachsen auf Hochtouren. Bis zum 15. Dezember sollen insgesamt 50 Impfzentren startklar sein, wie Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover ankündigte. 37 Standorte hätten bereits grünes Licht für den Aufbau erhalten. Um den Jahreswechsel werde mit einem Start der Impfungen gerechnet. „Das hoffe ich sehr“, sagte Reimann. Die europaweite Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer werde Ende Dezember erwartet.

Statt der zunächst ins Auge gefassten 60 Impfzentren in Niedersachsen wird es nur 50 geben, da sich Großstädte laut Reimann jeweils für ein zentrales größeres Impfzentrum anstelle mehrerer Standorte entschieden haben. Für Lagerung und Transport des Impfstoffes habe das Land einen Vertrag mit dem Postdienstleister DHL geschlossen. Von zwei Zentrallagern aus solle er in die Zentren geliefert werden. Der besonders kühlbedürftige Impfstoff wird laut Reimann von einem Lager in den Niederlanden aus angeliefert, übrige Impfstoffe von einem Lager in Hessen aus.

Kurz vor dem Abschluss steht außerdem ein Vertrag des Landes mit einem Dienstleister für die Vergabe von Impfterminen. Diese soll über ein Online-Portal sowie eine telefonische Hotline möglich sein. Über die Abfrage bestimmter Kriterien wie etwa Alter oder Vorerkrankungen soll der Dienstleister sicherstellen, dass die Menschen der Dringlichkeit nach mit einer Impfung an die Reihe kommen. Die genauen Kriterien zur Bestimmung einer Reihenfolge soll das Robert Koch-Institut (RKI) noch definieren.

Michael Rabba

Söder: Schlendrian im Umgang mit Corona ist Grund für hohe Zahlen

14:20
07.12.2020
Das schludrige Umgehen mit den Corona-Auflagen ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder ein Grund für die konstant hohen Corona-Infektionszahlen. „Es ist an einigen Stellen ein Schlendrian eingekehrt“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Videokonferenz des CSU-Vorstands in München. Aus diesem Grund sei die zweite Infektionswelle auch die heimtückischere. „Sie wird oft unterschätzt.“ Im Frühjahr hätten sich viele Menschen konsequenter an die Vorgaben gehalten, auch im Handel werde inzwischen nicht mehr alles so genau genommen.

Um die Infektionszahlen wieder nach unten zu bekommen, brauche es jetzt einen „Mentalitätswandel“, sagte Söder. Es dürfe nicht darum gehen, immer das „letzte Haar in der Suppe“ oder das „kleinste Schlupfloch“ zu suchen, vielmehr müsse sich jeder bewusst machen, wie ernst die Lage sei. Jeder sei aufgerufen, daran zu arbeiten, wie die Situation verbessert werden könne.

Maria Sandig

Litauen verlängert und verschärft Teil-Lockdown bis Jahresende

13:42
07.12.2020
In Litauen muss sich die Bevölkerung auf strenge Corona-Maßnahmen über Weihnachten einstellen. Die Regierung in Vilnius verschärfte am Montag den Teil-Lockdown in dem baltischen EU-Land und verlängerte ihn bis zum Jahresende. Demnach sollen Bürger auf Anraten des Kabinetts von Mittwoch an Haus oder Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen - für Arbeit, eine ärztliche Behandlung oder zum Einkaufen. Weiter sind künftig Versammlungen und private Feiern von mehr als zwei Familien oder zwei Haushalten verboten.

Staatliche Institutionen und Unternehmen wurden angewiesen, ganz oder teilweise auf Fernarbeit umzusteigen. Für den Einzelhandel und das Bildungswesen wurden ebenfalls strengere Corona-Regeln erlassen. So müssen in Geschäften nun etwa für jeden Kunden 15 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Der Schulbetrieb wird - mit Ausnahme des Unterrichts an Grundschulen - auf Fernunterricht umgestellt. Auch sollen längere Weihnachtsferien festgelegt werden.

Litauen registrierte im Herbst einen rapiden Anstieg der Infektionsraten. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell deutlich schlechter als in Deutschland. Insgesamt wurden in dem Drei-Millionen-Einwohner-Land seit Beginn der Pandemie mehr als 76 000 Menschen positiv auf Corona getestet.

Zur Eindämmung der Pandemie hatte die Regierung im November einen Teil-Lockdown und strikte Corona-Schutzmaßnahmen verhängt. Trotz wochenlanger Beschränkungen hat sich aber noch keine echte Kehrtwende bei den Neuinfektionen eingestellt.

Maria Sandig