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20201129152059

Streit in den Niederlanden um Verkaufsaktion „Black Friday“

15:20
29.11.2020
Menschenmassen in Einkaufsstraßen und drohende Verstöße gegen Corona-Regeln: In den Niederlanden lehnen sich Städte gegen die Verkaufsaktion „Black Friday“ auf. Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb und zwei Dutzend weitere Bürgermeister des Landes setzen sich inzwischen dafür ein, den „Black Friday“ zu verbieten, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf Äußerungen Aboutalebs berichtete.

Die Rabattaktion des Handels lockt zahlreiche Käufer in mitunter enge Einkaufsstraßen. Vielerorts gibt es Befürchtungen, dass der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden könne. Die Gemeinde Amsterdam rief Bürger am Sonntag dazu auf, die Innenstadt zu meiden und Abstand zu halten.

Rotterdams Bürgermeister Aboutaleb hatte bereits am Freitag wegen der Menschenmassen die Notbremse gezogen und Geschäfte im Zentrum vorzeitig schließen lassen. Auch am Wochenende mussten Innenstadt-Läden der Hafenmetropole früher dichtmachen als üblich. Andere Städte im Land zogen am Wochenende nach, wie ANP berichtete.

Die niederländische Regierung hatte Mitte des Monats die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorsichtig gelockert. Seit Mitte Oktober gilt ein Teil-Lockdown.

Sarah Haferkamp

Wien beginnt Corona-Massentests am 4. Dezember

13:58
29.11.2020
Die freiwilligen Corona-Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ), am Sonntag. Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150 000 Tests durchführen können. Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen.

Die Testung sämtlicher 200 000 Lehrerinnen und Lehrer sowie der Betreuungskräfte in Kindergärten soll je nach Bundesland entweder im Zuge der allgemeinen Massentests oder separat am 5. und 6. Dezember stattfinden. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) appellierte in einem Brief an die Lehrer, teilzunehmen: „Sie bekommen nicht nur eine Momentaufnahme über Ihren Infektionsstand, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Schulbetrieb.“

Wegen der drohenden Knappheit von Intensivbetten für Corona-Patienten in Krankenhäusern sind in Österreich Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Auch Ausgangsbeschränkungen gelten vorläufig bis zum 7. Dezember. Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100 000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

Max Seidenfaden