Massentests im Kampf gegen die Corona-Pandemie nehmen zu, doch auch Kritiker machen Front. Bei einer dreitägigen Corona-Massenuntersuchung in der norditalienischen Provinz Südtirol haben am Wochenende einige tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis Sonntagnachmittag hatten in der kleinen Alpen-Provinz gut 322.000 Bürger und Bürgerinnen freiwillig einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten bis 16 Uhr insgesamt 3040 Teilnehmer (knapp 1 Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die Hauptphase der Reihenuntersuchung lief bis zum Abend.
Die Landesregierung in Bozen will mit der Aktion Virusträger aufspüren, die nichts von ihrer Infektion ahnen. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle.
In China hatte ein Test noch größere Dimensionen: Nach vereinzelten Neuinfektionen ließ die Stadt Tianjin im Norden eine Million Menschen untersuchen. Die Tests wurden im Hafengebiet von Binhai vorgenommen. Dort waren zuvor in einem Wohngebiet fünf neue Infektionen festgestellt worden, wie Staatsmedien berichteten.
In der Slowakei waren für das Wochenende neue, lokale Tests angekündigt: Rund 400.000 Menschen in den knapp 500 kleinen Gemeinden mit vorher besonders hohen Infektionsraten sollten überprüft werden. Ministerpräsident Igor Matovic hat zudem für den 2. Dezember die nächste Testung fast der gesamten Bevölkerung angekündigt. Bei den ersten Runden waren die Sanktionen kritisiert worden, die den Nicht-Teilnehmern damals drohten.