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Massentest in Südtirol, China und der Slowakei

16:34
22.11.2020
Massentests im Kampf gegen die Corona-Pandemie nehmen zu, doch auch Kritiker machen Front. Bei einer dreitägigen Corona-Massenuntersuchung in der norditalienischen Provinz Südtirol haben am Wochenende einige tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis Sonntagnachmittag hatten in der kleinen Alpen-Provinz gut 322.000 Bürger und Bürgerinnen freiwillig einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten bis 16 Uhr insgesamt 3040 Teilnehmer (knapp 1 Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die Hauptphase der Reihenuntersuchung lief bis zum Abend.

Die Landesregierung in Bozen will mit der Aktion Virusträger aufspüren, die nichts von ihrer Infektion ahnen. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle.

In China hatte ein Test noch größere Dimensionen: Nach vereinzelten Neuinfektionen ließ die Stadt Tianjin im Norden eine Million Menschen untersuchen. Die Tests wurden im Hafengebiet von Binhai vorgenommen. Dort waren zuvor in einem Wohngebiet fünf neue Infektionen festgestellt worden, wie Staatsmedien berichteten.

In der Slowakei waren für das Wochenende neue, lokale Tests angekündigt: Rund 400.000 Menschen in den knapp 500 kleinen Gemeinden mit vorher besonders hohen Infektionsraten sollten überprüft werden. Ministerpräsident Igor Matovic hat zudem für den 2. Dezember die nächste Testung fast der gesamten Bevölkerung angekündigt. Bei den ersten Runden waren die Sanktionen kritisiert worden, die den Nicht-Teilnehmern damals drohten.

Anna Zacharias

Niedersachsens Ministerpräsident fordert belastbare Planung bis Neujahr

16:19
22.11.2020
Vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu den Corona-Schutzmaßnahmen fordert Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil eine belastbare Planung für die Bürger mindestens bis Neujahr. „Meine Prioritäten sind Klarheit und Verlässlichkeit - die Menschen müssen wissen, was im Dezember, in der Advents- und Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel möglich ist“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag. Was genau an Weihnachten und Silvester gelten werde, sei derzeit aber noch nicht absehbar. „Es handelt sich um zwei durchaus schwierige Beratungspunkte.“

Die Regierungschefs der Länder wollen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch weiter über die Lage sprechen.  „Wir brauchen zumindest oberhalb einer Inzidenz von 50 ein möglichst einheitliches und ausgewogenes Geflecht von Maßnahmen, die zur weiteren Eindämmung der Corona-Infektionen beitragen“, meinte Weil als generelle Einschätzung. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner gilt als kritischer Schwellenwert.

„Bei einem länder- und regionsübergreifend in etwa gleich gelagerten Infektionsgeschehen sollte es überall vergleichbare Schutzmaßnahmen geben“, schlug Weil vor. „Wenn sich die Infektionen aber stark unterschiedlich weiterentwickeln, werden wir schon im Hinblick auf die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes gar nicht umhinkommen, die Maßnahmen an der jeweiligen Infektionslage auszurichten.“

Aus seiner Sicht müssten im Fall länger anhaltender Corona-Einschränkungen auch die Hilfen für wirtschaftlich notleidende Betriebe und Selbstständige angepasst werden, erklärte Weil: „Sicher muss es auch in Zukunft einen Ausgleich für erlittene Einbußen geben.“ Finanzminister Olaf Scholz (SPD) habe bereits „signalisiert, dass eine finanzielle Unterstützung der direkt betroffenen Branchen weiter nötig ist, wenn die Beschränkungen verlängert werden. Ob sie dieselben sein werden wie bisher, werden wir sehen.“

Anna Zacharias

Zahl der Corona-Fälle stabil auf hohem Niveau

15:51
22.11.2020
Nach einer rasanten Zunahme im Oktober und Anfang November hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Neuansteckungen in ganz Deutschland auf einem hohen Niveau eingependelt.

Der nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns erhoffte Rückgang ist bislang nicht klar zu erkennen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Sonntag hervorgeht. So schwankt die vom RKI täglich gemeldete Zahl der an die Gesundheitsämter binnen sieben Tagen übermittelten Neuinfektionen seit zwei Wochen zwischen rund 115.000 und rund 119.000. Die davon abgeleitete Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner - lag im selben Zeitraum relativ stabil bei rund 140, mit nur wenig Abweichungen nach oben und unten.

Seit Anfang November gilt in Deutschland ein Teil-Lockdown, Kneipen und Restaurants sind beispielsweise geschlossen.  Der Wert der Neuinfektionen pro Woche eignet sich vergleichsweise gut, um Trends beim Infektionsgeschehen abzulesen. Anders als die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen ist er nicht vom Wochentag abhängig. So sind besonders die an Sonntagen und Montagen vom RKI gemeldeten Zahlen vergleichsweise gering, weil am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

So meldete das RKI am Sonntag mit 15.741 Fällen einen vergleichsweise niedrigen Wert an Neuinfektionen, die von den Gesundheitsämtern binnen 24 Stunden übermittelt wurden. Am Sonntag vor einer Woche lag er bei 16.947. Der Höchststand seit Beginn der Pandemie war am Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Anna Zacharias