Lockdown, steigende Fallzahlen, Einsamkeit aufgrund von Kontaktbeschränkungen: Im Jahr der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach telefonischer Seelsorge gestiegen. Vor Corona habe es im Durchschnitt 2500 Gespräche pro Tag gegeben, im März und April 2020 seien es dann über 3000 pro Tag gewesen, teilte die Telefonseelsorge mit. „Mit dem Ende des ersten Lockdowns normalisierte sich das Anrufaufkommen, blieb aber insgesamt höher als im Vorjahr, im September waren es durchschnittlich 2700 Gespräche pro Tag.“ Auch die Nachfrage der seelsorgerlichen Angebote im Netz sei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
In fast allen Gesprächen im Frühjahr war nach Angaben der Seelsorger die Pandemie ein Thema. Rund 40 Prozent der Anrufer bezogen sich demnach auf Einschränkungen, Verunsicherungen und Veränderungen durch Covid-19. Rund 24 Prozent der Anrufer fühlten sich einsam, fast 15 000 beschrieben ihre Stimmung als depressiv - das waren etwa 1400 mehr, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch das Thema Suizidalität sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum häufiger genannt worden.