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20201029110708

Vorsitzender des Weltärztebundes: Corona-Maßnahmen kommen sehr spät

11:07
29.10.2020
Aus Sicht des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, kommen die neuen Corona-Maßnahmen sehr spät. „Nach meiner Auffassung kommen sie auf den allerletzten Drücker. Ich frage mich auch, warum wir dem Virus jetzt noch bis Montag Zeit geben müssen“, sagte der Mediziner am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Die Pandemie habe sich schlimmer entwickelt, als er ursprünglich befürchtet habe.

Montgomery sagte, im Prinzip reichten die AHA-Regeln aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Doch er gab zu bedenken: „Die Menschen sind zu unvernünftig. Ich frage mich, was noch geschehen muss, damit man manchen Menschen die Lektion beibringt, dass dieses Virus bisher nicht durch eine Therapie behandelt werden kann, dass wir nur durch Prävention, nur durch kluges Verhalten diesem Virus Paroli bieten können.“

Die Politik habe nun die schwierige Aufgabe, zwischen den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Anforderungen und den sozialen Folgen abzuwägen. Die Entscheidung, auch sämtliche Restaurants zu schließen, konnte er nicht ganz nachvollziehen: „Wenn ein Restaurant ein sehr gutes Hygienekonzept hat, dann könnte man das auf lassen“, sagte er dem SWR.

Maria Sandig

Corona-Schnelltests sollen Pflegeheimen mehr Sicherheit geben

10:19
29.10.2020
Schnelltests sollen in der zweiten Welle der Corona-Pandemie Ausbrüche in Pflegeheimen verhindern. Die Pflegekammer Niedersachsen sowie die niedersächsische Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) begrüßen das neue Verfahren. „Wir starten diese Woche“, sagte Lars Wöhler, der ein Pflegeheim in Burgwedel bei Hannover betreibt und im Vorstand des niedersächsischen bpa ist. Eine entsprechende Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums war Mitte Oktober in Kraft getreten. Sie ermöglicht Pflegeeinrichtungen und Kliniken, ihr Personal sowie Bewohnerinnen und Bewohner beziehungsweise Patienten regelmäßig kostenlos auf Covid-19 zu testen.

Die Abstriche werden von den Pflegefachkräften der jeweiligen Heime genommen. „Bei uns bieten wir das sechs Mal die Woche für zwei Stunden an“, sagte Wöhler. Die Fachkräfte fehlten in dieser Zeit allerdings bei der Betreuung der Bewohner. Aus Sicht von Wöhler könnten diese Aufgabe eigentlich zum Beispiel Bundeswehrsoldaten übernehmen. Zudem wären schon viel früher in der Pandemie Reihentests in den Senioren-Einrichtungen sinnvoll gewesen, sagte der Heimbetreiber: „Wir hätten uns alle gewünscht, dass solche Tests nicht bei Profi-Fußballern eingesetzt werden, sondern bei uns.“

Jan-Felix Jasch